5.04.2018 08:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Spermaexport
Schweizer Genetik immer gefragter
Gegen 700'000 Dosen Sperma von Schweizer Stieren haben Swissgenetics und Select Star im letzten Geschäftsjahr in die ganze Welt exportiert. Hauptrassen sind Brown Swiss und Holstein/Red Holstein.

Im Geschäftsjahr 2016/2017 hat Swissgenetics auf dem internationalen Markt 559'370 Spermadosen verkauft. Das ist ein Plus von 29 Prozent, ein neuer Exportrekord und zeigt, wie beliebt Schweizer Genetik im Ausland ist.  

Hornlosigkeit wird wichtig

Massgeblich verantwortlich für den Export der 559'374 Samendosen ist die Rasse Brown Swiss mit beinahe 200'000 Samendosen, gefolgt von Simmental mit über 100'000 Samendosen und Swiss Fleckvieh. Laut Urs Spescha von Swissgenetics ist Schweizer Brown-Swiss-Genetik aus mehreren Gründen gefragt. «Die Schweiz hat derzeit das weltweit stärkste Brown-Swiss-Angebot mit starken Kuhfamilien, welche gute Leistungs- und Fitnesseigenschaften mit sich bringen», so Spescha.

Auch Sperma der Rassen Red Holstein und Holstein exportiert Swissgenetics in die ganze Welt, meist sind es exterieurstarke Stiere aus tiefen Kuhfamilien mit guten Leistungseigenschaften. «Eigenschaften wie die genetische Hornlosigkeit werden beispielsweise bei Red Holstein immer wichtiger, ebenso wie das Beta- und das Kappa-Kasein in der Milch für gute Verkäsungseigenschaften», nennt Spescha einen aktuellen Trend. «Simmental und Swiss Fleckvieh sind in Zentral- und Osteuropa beliebt, aber auch in Südamerika als Weiderasse mit guten Fitnesseigenschaften.» 

Holstein immer beliebter

Beim Original Braunvieh verspüre man vermehrt eine starke Nachfrage in Zentralamerika und zunehmend in Afrika. «Bei den Originalrassen sehen wir grosses Exportpotenzial, da sie in Gebieten mit einer nicht sehr intensiven Produktion und unter teils nicht einfachen Klimabedingungen hervorragend funktionieren», schätzt Spescha die Lage ein.     

Auch die KB-Organisation Select Star exportiert Sperma. Der Export läuft über die Züchter-Service AG (ZSAG) in Chur. «Im letzten Geschäftsjahr haben wir 139'463 Spermadosen von Stieren, die zu 50 oder 100 Prozent im Besitz von Select Star sind, exportiert», sagt Urs Wichser von der ZSAG. «Je 40 Prozent der Dosen stammten von den Rassen Holstein und Brown Swiss, wobei bei den Holstein die Nachfrage steigend und bei den Brown Swiss sinkend ist.» Bei Simmental, Swiss Fleckvieh und den  Fleischrassen sei die Tendenz gleich bleibend, beim OB hingegen stark steigend.

Türkei zuoberst

Mit weit über 120'000 Dosen importiertem Schweizer Sperma stand die Türkei im Geschäftsjahr 2016/2017 bei Swissgenetics im Länder-Ranking zuoberst auf dem Podest. Im vorherigen Geschäftsjahr hatte das Land noch den zweiten Platz belegt. Auf Rang zwei folgte Rumänien, danach auf den Plätzen drei bis fünf Polen, Italien und Österreich. Deutschland lag auf Platz acht. Auch in Kontinenten wie Afrika, Asien, Nord- und Lateinamerika und Ozeanien konnte viel Sperma abgesetzt werden. sum

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