5.10.2020 15:28
Quelle: schweizerbauer.ch - rup
Energie
Sonnenenergie kühlt die Milch
Lemmer-Fullwood hat ein neues Energiekonzept vorgestellt. Es ermöglicht, regenerative Energien - darunter Solar- und Windenergie - im Rahmen der Milchproduktion effizient zu nutzen.

Mit seinem neuen Energiekonzept will der auch in der Schweiz aktive Melkanlagenhersteller die auf dem Betrieb erzeugte Sonnen- oder Windenergie beispielsweise über Tag unmittelbar für den Eigenverbrauch nutzen und überschüssige Energie zur Bildung eines Eisspeichers für die Milchkühlung einsetzen. Diese „Hofenergie“ lasse sich aber auch nutzen, um das Kochendwasser für die Reinigung der Melkanlage auf 77 Grad Celsius zu erhitzen. Mit dem sogenannten «Fullenergy-Konzept» sollen Windüberschüsse geglättet und überschüssiger Strom aus Photovoltaikanlagen abends und nachts eingesetzt werden.    

Über 50 Prozent der erzeugten Energie nutzen

Das Konzept «Fullenergy» ermöglicht Milchviehhaltern laut Lemmer-Fullwood, über 50 Prozent der erzeugten Energie aus einer Photovoltaik-Anlage direkt auf dem Hof zu verbrauchen. In Kombination mit den markeneigenen Milchkühlungen und Eispeichersystemen könnten je nach Größe zwischen 39 und 375 Kilowatt Photovoltaik-Energie gespeichert und nachts beziehungsweise an trüben Tagen zur Milchkühlung verwendet werden. Vor allem in der Kombination mit Eisspeichertechnologie und Sturzkühlverfahren sollen sich hier deutliche Einsparungspotenziale bei gleichzeitig hoher Kühlleistung ergeben.

Hohe Energieeffizienz beim Waschvorgang

Die im Konzept inbegriffene Kochendwasser- Energiesparreinigung trage unter anderem zu geringem Wasserbedarf bei, der sich aus der kurzen Spüldauer und dem Verzicht auf chemische Reinigungszusätze ergebe. Zur Wasserenthärtung, und um mineralische Ablagerungen vorzubeugen, wird dem erhitzten Reinigungswasser während der ersten zwei Minuten des Spülvorgangs automatisch eine genau dosierte saure Lösung zugegeben.

Diese Lösung sei vollständig biologisch abbaubar, teilte Lemmer-Fullwood mit. Das sei ein Grund dafür gewesen, dass auch das Deutsche Umweltbundesamt zu dem Schluss gekommen sei, dass dieses Reinigungsverfahren den ökologischen Anforderungen vollumfänglich gerecht werde. Der Grossteil des Spülwassers weise gar Trinkwasserqualität auf und sei wiederverwendbar.


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