26.11.2014 18:47
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Swissgenetics
Swissgenetics eröffnet Spermientrennungs-Labor
Swissgenetics, der grösste Schweizer Anbieter von Rindersperma, hat heute in Mülligen AG ein Labor eingeweiht, das die Trennung von „weiblichen“ und „männlichen“ Spermien ermöglicht.

Bislang entschied der Zufall das Geschlecht eines Kalbes. Mehr und mehr tun dies aber die Bauern selbst. Möglich macht dies eine US-Firma, die eine Technologie entwickelt hat, mit welcher Spermien mit X-Chromosomen von solchen mit Y-Chromosomen getrennt werden können.

Bisher importiert

Seit sieben Jahren bietet Swissgenetics, der grösste Schweizer Anbieter von Rindersamen, sogenanntes „gesextes Sperma“ an. Dieses wird immer beliebter, die Nachfrage nimmt jedes Jahr im zweistelligen Prozentbereich zu. Rund 50‘000 solche Samendosen hat Swissgenetics im Geschäftsjahr 2013/14 verkauft. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Kalb das gewünschte Geschlecht hat, liegt bei 90 Prozent.

Bislang hat Swissgenetics das „gesexte“ Sperma entweder importiert oder dann die eigenen Stiere ins Ausland geschickt (Frankreich, England, Holland), wo spezialisierte Labors den Samen auf „weibliche“ und „männliche“ Spermien getrennt haben. Ab nächstem Jahr ist der aufwendige und teure Transport der Stiere nicht mehr nötig.

Bei Landwirten mit Milchrassetieren beliebt

Swissgenetics hat für knapp 2 Mio. Franken in Mülligen AG ein eigenes Labor gebaut, das heute eröffnet wurde. Betrieben wird dieses von der US-Firma „Sexing Technologies“. Diese hat die Methode des Sperma-Sexings im Jahr 2003 patentieren lassen. Ein Jahr später wurde das erste Labor in Texas eröffnet, heute betreibt „Sexing Technologies“ weltweit über 20 Labors.

Ulrich Witschi, Vize-Direktor von Swissgenetics, sprach an der Eröffnung von einem Meilenstein. Denn seit der Einführung der künstlichen Besamung in den 1960er Jahren habe sich wenig bewegt. Er geht davon aus, dass Bauern zukünftig vermehrt „gesextes“ Sperma einsetzen werden.

Vor allem bei Landwirten mit Milchrassetieren ist es beliebt. Denn für männliche Kälber erhalten sie nur wenig Geld, weil diese wenig Fleisch ansetzen. Mit dem gesexten Sperma hingegen kann ein Bauer gezielt weibliche Kälber für die Zucht zeugen lassen. Kühe, die nicht für die Zucht gebraucht werden, werden mit Fleischrassestieren besamt. Das ergibt Kälber, die mehr Fleisch ansetzen und damit mehr Erlös bringen.

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