21.02.2016 06:44
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Genomik
Swissgenetics will ET-Station einrichten
Das Karussell in der Viehzucht dreht sich immer schneller. Zuchtstiere stammen fast nur noch von jungen Kühen oder Rindern. Die Schweizer KB-Organisation Swissgenetics will deshalb eine ET-Station gründen.

Die Genomik verändert die Rindviehzucht nachhaltig. Und zwar nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch. Die Stierenmütter sind meist noch Rinder. Auch die Stierenväter sind nicht mehr traditionell nachzuchtgeprüft, sondern werden — sobald Sperma vorhanden ist —  für die Zucht der nächsten Generation von Stieren gebraucht. Das Zuchtkarussell dreht also immer schneller.

Swissgenetics will mit Trend mithalten

Auch die Schweizer KB-Organisation Swissgenetics will mit dem allgemeinen Trend mithalten und die Zucht beschleunigen.  Mit einem neuen Projekt für eine ET-Station. «Es geht tatsächlich auch darum, mit der internationalen Konkurrenz mitzuhalten», erklärt René Bucher, Leiter Marketing bei Swissgenetics. Es gehe nicht um eine  Donor-Herde, also um Spendertiere, welche für Embryotransfer genutzt würden: «Wir wollen Embryonen, die wir vor allem im Ausland beschaffen, rasch und erfolgreich übertragen. Und da braucht es Tiere dazu.»

Swissgenetics plane also vielmehr eine Empfängerherde. «Wie können wir in Zukunft Embryonen rasch und erfolgreich übertragen?», das sei die Frage, auf die Swissgenetics mit diesem Projekt eine Antwort geben wolle.  Viele Dinge seien noch in Abklärung. Das sei denkbar mit einer Empfängerherde an einem zentralen Standort oder in der Zusammenarbeit mit Partnerbetrieben. «Diese Dinge sind wir am Abklären», so Bucher. So sei es durchaus denkbar, dass diese Dienstleistung auch den Züchtern zur Verfügung stehen wird.

Hat Stierenzüchter ausgedient?

In Übersee kaufen die KB-Organisationen die erfolgversprechendsten Jungtiere zusammen. Der klassische Stierenzüchter hat dann ausgedient und kann vor allem auch nicht vom Spermaverkauf eines kommerziell erfolgreichen Stieres profitieren. Beim Modell von Swissgenetics soll das anders sein, wie Bucher verspricht: «Wir wollen nicht die Viehzucht monopolisieren, sondern den Zuchtfortschritt beschleunigen.»

Das bisherige Modell mit  den Stierenkaufverträgen wolle seine Firma nicht infrage stellen. «Aber wir wollen trotzdem mit den neuen Entwicklungen mithalten», schiebt er nach. Da noch vieles in Planung sei, könne er jetzt noch nicht mehr sagen. «Sobald das Konzept steht, werden wir weiter kommunizieren», schliesst Bucher.

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