5.12.2012 14:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Swissherdbook
Swissherdbook: 100'000-er Kühe erhalten ab 2013 eine Plakette
Die steigende Milchleistung der Herdebuchkühe «rächt» sich: Ab 2013 werden 100'000er-Kühe statt mit einer Glocke nur noch mit einer Plakette ausgezeichnet. Swissherdbook will mit dieser Massnahme sparen.

Im stimmungsvollen, renovierten Kursaal in Bern begrüsste Präsident Andreas Aebi gestern die Gäste und die 592 Delegierten zur Delegiertenversammlung von Swissherdbook. In seinen ersten Sätzen blickte er zurück auf ein 2012, das für die Berg- und Talbauern bezüglich der Erträge ein gutes war.

Höhere Milchpreise

Auch die stabilen Schlachtviehpreise und der zügige Nutzviehabsatz seien erfreulich – was man vom Milchmarkt nicht behaupten könne: «Unsere Produzentenvertreter waren sich an der BOM-Sitzung wieder einmal nicht einig.» Das sei nichts umwerfend Neues. Fakt sei jedoch, dass zurzeit klar zuwenig Milch auf dem Markt sei und dass für freie Milch gute Preise bezahlt würden. «Leider ist hier nicht der Produzent der Gewinner.» Aebi rief die Delegierten dazu auf, sich jetzt für Milchpreiserhöhungen einzusetzen.

Einigung gefunden

Im Gegensatz zum Milchpreis habe man bei der Anpassung der Gehälter der Milchkontrolleure endlich eine Einigung gefunden, zog Aebi den Bogen vom leidigen Milchmarkt zur Genossenschaft Swissherdbook, «unserem vielfältigen Zuchtverband». Den Kontrolleuren und auch den Züchtern dankte er für ihr Engagement.

Mehr Kühe, mehr Leistung

Swissherdbook-Geschäftsführer Matthias Schelling stellte die wichtigsten Eckpunkte aus dem Geschäftsjahr 2011 vor: 10'999 Mitglieder zählte die Genossenschaft per 31. August 2012, 103 weniger als ein Jahr zuvor. Demgegenüber stieg die Anzahl der  weiblichen Herdebuchtiere um 2131 auf 253'932. Knapp die Hälfte davon gehörte zur Sektion Red Holstein, ein Viertel zur Sektion Swiss Fleckvieh und je gut 10 Prozent zu den Sektionen Simmental und Holstein. Ausser bei der designierten Weiderasse Swiss Fleckvieh stieg die Milchleistung der Kühe aller Sektionen.

Reglement überarbeiten

«In Zukunft werden wir Swiss Fleckvieh noch stärker als eigenständige Rasse führen», blickte Schelling bezüglich dieser recht neuen Rasse bereits aufs Jahr 2014 voraus. Dann wird die Totalrevision der Tierzuchtverordnung in Kraft treten. Das heisse, dass man unter anderem bis Ende März 2013 das Herdebuchreglement überarbeiten müsse und das auch tun werde: «Wer sagt, dass die Rasse Swiss Fleckvieh 2014 tot sei, liegt falsch – und auch die Schauen werden ohne Beiträge weiterexistieren.»

Die Jahresrechnung und der Geschäftsbericht 2011 wurden genehmigt. Für 2013 rechnet Swissherdbook mit einem stabilen Marktumfeld und stabilen Herdebuchzahlen. Ebenfalls wurden Budget und Jahresbeitrag 2013 einstimmig gutgeheissen – obschon die Europameisterschaft 2013 ein Loch von gegen 244000 Franken in die Kasse reissen wird.

Sparmassnahmen treffen

Damit das Loch in der Kasse nicht bald noch grösser wird, haben die Swissherdbook-Delegierten beschlossen, die 100000er-Kühe ab 2013 schweren Herzens statt mit einer Glocke nur noch mit einer Stallplakette zu ehren. Dies wurde nötig, weil immer mehr Kühe diese magische Lebensleistungsgrenze überschreiten. Letztes Jahr wurden 270 Glocken abgegeben, 1991 waren es deren 31. Allerdings fiel das Resultat der Abstimmung, Zitat Aebi, «kriminell knapp» aus: mit 281 Ja- zu 275 Nein-Stimmen.
Deutlicher lehnten die Delegierten eine Motion einiger Freiburger Viehzuchtgenossenschaften ab. Diese verlangte, dass die Züchter die Anzeige der Zellzahlen ihrer Kühe auf Redonline unterdrücken können.

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