21.02.2017 12:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
VSA
Szenenapplaus für Walter Lüthi
351 Delegierte der Verbandsgenossenschaft für Simmentaler Alpfleckviehzucht und Alpwirtschaft (VSA) trafen sich am Montag. Dabei gab vor allem ein Geschäft des Dachverbandes Swissherdbook zu reden.

Es lag in der Luft, dass unter dem Traktandum «Verschiedenes» ein heisses Eisen angesprochen werden könnte: der Antrag des Vorstands von Swissherdbook, sein Mitglied Walter Lüthi an der DV vom 11. April auszuschliessen. Ferdinand Oehrli kritisierte den Ausschluss, ohne den Namen Lüthis zu nennen. «Ich persönlich verstehe die Demokratie in unserem Land etwas anders», sagte er – und erntete Szenenapplaus.

Kollegialität verletzt

Swissherdbook-Präsident Markus Gerber erwiderte, dass es in einem grossen Verband manchmal zu Konflikten zwischen den Regionen komme. Wenn man einen Kantonalvorstand — wie in besagtem Falle die Freiburger — zu einer Aussprache einlädt, dann lade man ihn ein, um zu diskutieren und Lösungen zu finden. «Was gar nicht geht, wenn in einer solchen Sitzung ohne vorherige Absprache ein Mitglied die Delegation hinausspediert», so Gerber. Lüthi habe zudem im Nachgang mehrfach gesagt, er würde vermutlich wieder so handeln. Damit habe er das Kollegialitätsprinzip verletzt.

Lüthi selbst trat zum Schluss ans Mikrofon. «Für mich geht es nicht, dass eine kleine Gruppe von Züchtern mit Drohungen und Erpressungen Sonderbehandlungen erfährt» und meinte damit einige Freiburger Fleckviehzüchter, wegen denen er im Alleingang den Freiburger Vorstand hinausspediert hatte.

Nicht reglementskonform richten 

«Ich möchte mich bei Helmut Matti entschuldigen. Er war ein super Experte. Und das, was er letzten Herbst in Bulle erlebt hat, hat er nicht verdient», fügte er an – und spielte damit auf die Vorgänge am letzten Zuchtstiermarkt Bulle an, wo Experten – unter anderen Matti — offenbar wegen Anweisungen des OKs nicht reglementskonform richten konnten. Auch Lüthi erhielt Szenenapplaus.

Doch auch vor diesem Finale wurden wichtige Geschäfte behandelt. Der neue VSA-Präsident Hanspeter Iseli kritisierte die schlechte Position der Bauern auf den Märkten: «Im Sommer hatte es zu wenige Schlachtkühe. Trotzdem musste man mit dem Preis runter. Das zeigt, dass man mit den Bauern machen kann, was man will», betonte er.

Erfolgreiche Oberländer

Geschäftsführer Christian Berger konnte im Geschäftsbericht auf die diversen züchterischen Erfolge der Oberländer Fleckviehzüchter hinzuweisen: «Drei Tiere aus dem VSA-Gebiet waren an der Red-Holstein- und Holstein-Europameisterschaft in Colmar, zwei Tiere waren an der Eurosimmental in Clermont-Ferrand.» Auch Präsident Iseli verwies auf die züchterischen Erfolge seiner Mitglieder, etwa an der Swiss Expo vom Januar, wo nicht weniger als 4 der 8 Missen aus dem VSA-Gebiet stammten.

Einen dieser Misstitel gewann mit Vinos Fortuna VSA-Geschäftsführer Berger selber. Dieser wurde bei der turnusgemässen Wiederwahl mit Applaus für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt. Bei einem Aufwand von 99'738 Franken und einem Ertrag von 66'732 Franken schloss die VSA Rechnung mit einem Defizit von 53'651.30 Franken. Ein Hauptgrund waren zusätzliche Abschreibungen von 19'102.95 für die Inventarbewertung. «Wir haben geringe Beträge in norwegischen Kronen und australischen Dollar investiert. Hier hatten wir Kursschwankungen», begründet der Geschäftsführer Berger.

 

Geehrte Züchter für Kühe mit 100000 kg Lebensleistung

Pomelo Pomela, Ueli Bach, Turbach (SI); Res Belinda, Hansruedi Burn, Einigen (SI); Romeo Grace, Oswald Dubach, Erlenbach (SF); Stadel Anette, Jakob Eschler, Oberwil (SF); Sten Onisha, Albert und Roland Feuz, Unterseen (RH); Aelpler Palma, Ueli Gerber, Unterlangenegg (60); Rubens Aphrodite, Bernhard Gertsch, Frutigen (HO); Stadel Seville, Reto und Armin Hauswirth, Gstaad (RH);  Stadel Corina, Walter Hirsbrunner, Unterbach (RH); Rubens Basket, U. Jordi und R. Lüthi, Thierachern (RH); Mtoto Colomba, Ulrich Josi, Wimmis (RF); Pickel Janine, BG Jungen, Kiental (SF); Anjou Crista, Erich Luginbühl, Krattigen (SF); Stadel Somalia, Philipp Luginbühl, Krattigen (RH); Rado Fabel, Franz und Doris Michel-Zbinden, Brienz (RH); Rudolph Falter, Franz und Doris Michel-Zbinden, Brienz (RF); Sten Lotta, Christian Moor-Sumi, St. Stephan (SF); Pickel Flora, Adrian Mürner-Wäfler, Reichenbach (SF); Gino Anita, Hans Oswald, Homberg (RH); Sindrom Selina, Hanspeter Schneider, Fahrni (RH); Pickel Cindy, Hansueli und Michael Stegmann, Unterlangenegg (SF); Baccala Migge, Hans von Allmen, Beatenberg (SF); Stadel Conny, Edwin Wahli-Bonino, Grindelwald (RH); Faber Elda, Christian Wolf, Spiez (RH).

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE