12.12.2016 08:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Robert Alder
Holstein
Topzüchter verkauft Herde
Die Desgranges-Herde gehört schweizweit zu den Besten. Nun hat Besitzer Philippe Bise vergangene Woche 91 Kühe und Rinder verkauft.

Das sei einfach unglaublich, eben incroyable, gibt Philippe Bise knapp, aber deutlich zu verstehen. Eben ist die letzte seiner Holstein-Milchkühe auf der Bühne von Auktionator Andreas Aebi einem neuen Besitzer zugeschlagen worden. Nun folgt noch das Siegerfoto der teuersten Tiere mit seinem engagierten Helferteam.

Steigt aus Milchproduktion aus

Die Markthalle in Burgdorf BE füllte sich rasch. Das Präfix Desgranges ist den meisten Holsteinzüchtern bekannt. Schliesslich kommt die aktuelle Nummer 1 der Schweizer Stiere im Zweiteinsatz, der Man-O-Man-Sohn Largo aus dieser Herde. Im Frühling hatte Bise die Nummer 1 nach Zuchtwert Iset der Kühe, DG Explode Bretagne, an der National Swiss Sale verkauft. Nun steigt er aus der Milchproduktion aus und will sich auf die Produktion von genomischer Elitegenetik fokussieren.

Die Erfolge geben ihm recht. Auch die Nummer 2 der Kühe steht bzw. stand in seinem Stall. Desgranges Lingo Look at me mit 1487 Iset kam unter den Hammer und sorgte mit Los Nr. 21 für den High Seller des Tages: 11'000 Franken war die mit dem zweiten Kalb trocken stehende Kuh mit einem VG-86-Euter einem Bieter wert.

Genomische Jungstiere

Nicht viel weniger, nämlich 10'800 Franken, galt Desgranges Larson Dalida, «die Kombination von Leistung und Schaupotenzial», wie Pedigree-Leser Thomas Ender unterstrich. In der Tat, eine VG-86-Erstlingskuh mit Rotfaktor und erwarteten 9'900 kg Milch mit 4,83% Fett und 3,84% Eiweiss ist nicht jeden Tag zu haben. Nur 100 Franken weniger löste Desgranges Dude Arizona, die mit Los Nr. 6 bereits zu Beginn die Stimmung tüchtig anzuheizen vermochte. Noch am letzten Wochenende erreichte sie an der Junior Bulle Expo den zweiten Kategorienrang. «Solche Kühe kann man normalerweise gar nicht kaufen. Wo gibt es das?», kommentierte Aebi.

Seit drei Jahren werden im Betrieb Desgranges fast ausschliesslich genomische Jungstiere eingesetzt. So waren auch Kälber von Raritäten gefragt. Etwa die halbjährige Bankroll Adèle, die 6000 Franken löste. Wer aus dieser Kombination Embryonen kaufen wollte, musste für ein 2er-Paket 1600 Franken hinblättern. Oder Golriano Retrouvée, die aus der einzigen Freddie-Tochter in der Schweiz abstammt. Eine Dozer Doorman-Tochter als Unität löste 5800 Franken. Oder die erste gekalbte Observer-Cashmoney-Tochter Noir-Desir ging für 7600 Franken weg.

Mogul als Hingucker

Die beeindruckende  Mogul Obsession, Nr. 4 nach Iset und sechsfache Stierenmutter, war ebenfalls gefragt. Bei 9200 Franken folgte der Zuschlag. Auch ihre Töchter, die mit hohen Zuchtwertzahlen glänzen, gingen zu überdurchschnittlichen Preisen weg. Diese Auktion war in der Tat unglaublich. Der Durchschnittspreis von 4760 Franken von 91 Tieren spricht eine deutliche Sprache.

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