16.06.2017 09:13
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Viehzucht
Trend zu kleineren Kühen
Mit dem Zuchtwert «Eingespartes Futter» nehmen Swissherdbook und Holstein Schweiz die Futterverwertungseffizienz ins Visier. Das freut die IG Neue Schweizer Kuh. Sie setzt schon lang auf effiziente Raufutterkühe.

Mit der nächsten Zuchtwertschätzrunde im August wird bei Swissherdbook und Holstein Schweiz ein neuer Zuchtwert eingeführt. Er trägt die Bezeichnung «Eingespartes Futter» und wird für Holstein, Red Holstein, Swiss Fleckvieh und Simmental gerechnet. Silvia Wegmann von der Qualitas AG erklärt: «Im Fokus steht  die Futterverwertungseffizienz. Grössere Kühe haben einen höheren Erhaltungsbedarf. Sie müssen mehr Milch geben, damit sie gleich effizient sind wie kleinere Kühe.»

Idee aus Australien


Insbesondere in der Holsteinrasse sei das Leistungspotenzial schon hoch. Wenn es aufgrund der Betriebsstrategie oder der fehlenden Futtergrundlage nicht ausgefüttert werden könne, verliere man an Effizienz, wenn die Kühe immer grösser und schwerer würden. «Bei den tiefen Milchpreisen zählt jeder zusätzlich verdiente Franken. Bei einer besseren Futterverwertungseffizienz können mit dem vorhandenen Futter neben den Kühen noch Aufzucht- oder Masttiere gefüttert werden.» 

Die Idee für den Zuchtwert «Eingespartes Futter» stammt aus Australien. Dort werden Erhaltungsbedarf und Stoffwechseleffizienz in einem Zuchtwert zusammengefasst. Wegmann: «Für die Stoffwechseleffizienz haben die Australier aber genomische Daten, die bei uns noch nicht verfügbar sind. Deshalb konzentrieren wir uns auf die Schätzung des Erhaltungsbedarfs. Dazu wird aus den linearen Merkmalen Grösse und Tiefe das Körpergewicht und daraus der Erhaltungsbedarf geschätzt. Später kann der Zuchtwert um die Stoffwechseleffizienz ergänzt werden.

Trendumkehr

Nicht nur in Australien werden effiziente Kühe gesucht. Wegmann beobachtet international eine Trendumkehr: «Auch in amerikanischen Produktionsbetrieben mit besten Futtergrundlagen ist Effizienz heute das Thema. Mehr Leistung ist  erwünscht, ein höherer Erhaltungsbedarf nicht.»

Für Martin Huber, Präsident der IG Neue Schweizer Kuh, ist der neue Zuchtwert eine Bestätigung: «Eine bessere Raufuttereffizienz bei limitiertem Kraftfutter ist seit der Gründung der IG unser Ziel. Bisher ist unser Swiss-Cow-Index der beste Weg dazu. Wir werden uns den neuen Zuchtwert anschauen und überlegen, wie wir ihn berücksichtigen.»

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