16.03.2017 08:51
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Türkei
Türkei weist holländische Kühe aus
Die diplomatische Krise zwischen der Türkei und den Niederlanden wirkt sich jetzt auch auf das Rindvieh aus: Niederländische Kühe müssen die Türkei verlassen.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Holland sind eisig. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht niederländische Soldaten für das Massaker von Srebrenica verantwortlich. Istanbul kündigt die Städtepartnerschaft mit Rotterdam auf. Und nun müssen auch holländische Kühe das Land verlassen.

Der Türkische Verband der Viehproduzenten kündigte am Mittwoch an, eine Gruppe niederländischer Kühe aus Protest gegen das Verhalten Den Haags des Landes zu verweisen. «Die erste Gruppe Holsteiner ist verladen worden und wird zurückgeschickt», sagte Bülent Tunc vom Züchterverband. Kühe der Rasse Holstein aus Holland sind in der Türkei verbreitet. Doch nun sind sie auf dem Abstellgleis.

«In Zukunft wollen wir keine Tierprodukte mehr aus Holland», sagte Tunc der Nachrichtenagentur Anadolu. Die Türkei werde in Zukunft eigene Kühe züchten. Sollten die Niederlande die Kühe nicht zurücknehmen, würden sie geschlachtet und ihr Fleisch verteilt. Die Niederlande und die Türkei erleben derzeit die schwerste Krise ihrer Beziehungen, nachdem Ankara auf die Absage türkischer Wahlkampfauftritte mit wüsten Vorwürfen reagiert hatte.

Am 16. April stimmen die Türken in einer Volksabstimmung über eine Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems ab. Dieses soll Erdogan mehr Macht verleihen. Nach Angaben der türkischen Wahlbehörde sind rund 2,97 Millionen wahlberechtigte Türken im Ausland für die Abstimmung registriert. In den vergangenen Monaten sind immer wieder türkische Politiker zu Wahlkampfauftritten ins Ausland gereist, um die Vorlage zu werben. Dieser Akt verstösst aber gegen das türkische Wahlrecht.

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