Freitag, 23. Juli 2021
16.06.2021 18:00
Alpaufzug

Umfrage: Hat sich der Alpaufzug verzögert?

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: blu

Der eher kühle Frühling hat in den Bergen und damit auf dem Alpen reichlich Schnee gebracht. Deshalb erfolgt die Alpfahrt vielerorts verzögert. In unsere Umfrage möchten wir wissen, ob und wie lange sich der Alpaufzug bei Ihnen verzögert hat.

Der eher lange und schneereiche Winter und der eher kühle Frühling machte den Landwirtinnen und Landwirten einen Strich durch die Rechnung. Vor allem bei jenen, die ihr Vieh auf die Alpen treiben.

Verzögerung im Graubünden

Betroffen von einem verzögerten Aufzug ist auch die Familie Roffler. Sie bewirtschaftet einen Hof im Prättigau. Normalerweise würde sie mit den 50 Tiere so um den 10. Juni auf die Alp auf 1600 Meter ziehen. Doch in diesem Jahr dauert es zwei Wochen länger.

«Wir rechnen damit, dass wir zwischen dem 20. und 25. Juni auf die Alp gehen. Bis dann braucht es sicher noch einiges an Heu», sagte Thomas Roffler, der auch den Bündner Bauernverband präsidiert, Anfang Juni gegenüber SRF. Zuerst ein trockener Sommer, dann viel Schnee, das sei Berufsrisiko, sagt der Landwirt weiter.

Wegen der kühlen und nassen Witterung  hat sich der Alpaufzug vielerorts verzögert.
zvg

Bis drei Wochen später

«Bei den meisten Alpen verzögert sich der Alpaufzug um eine Woche bis zehn Tage. Dies deshalb, weil noch recht viel Schnee liegt», sagte Töni Gujan von der Fachstelle Alpwirtschaft am Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Plantahof in Landquart vergangenen Samstag gegenüber der «Südostschweiz». Er geht davon, dass der Schnee mit den hohen Temperaturen rasant schmilzt und das Gras auf den Weiden rasch wächst.

Auch in der Innerschweiz gibt es wegen dem vielen Schnee Verzögerungen. Im Kanton Luzern beginnt mancherorts der Alpsommer rund drei Wochen später als üblich. Grund war die kalte und nasse Witterung. Nun zeigen sich die Älpler aber zuversichtlich.

Vegetation schnell gewachsen

Auch im Kanton Freiburg startete die Saison bis zu 3 Wochen später als üblich. Letztes Jahr wurden die ihre Tiere rund zweieinhalb Wochen früher auf die Berge gebracht als dieses Jahr. «Aber letztes Jahr waren wir extrem früh dran», sagte Elmar Zbinden, Vizepräsident des Freiburger alpwirtschaftlichen Vereins, vergangene Woche zu den «Freiburger Nachrichten». Der diesjährige Start der Alpsaison sei vergleichbar mit jenem früherer Jahre.

Innerhalb von kurzer Zeit hätten die gestiegenen Temperaturen die Vegetation richtiggehend explodieren lassen. Und im Vergleich zu früheren Jahren sei genügend Wasser vorhanden.  «Das kann sich sehr schnell ändern. Mit Bise und hohen Temperaturen trocknet die Oberfläche rasch wieder aus», sagte Zbinden weiter.

Das warme Wetter in den vergangenen Tagen hat das Graswachstum beschleunigt.
Marina Kernen

Nicht grundsätzlich negativ

Für die Alpbetriebe sei es aber grundsätzlich nichts Negatives, wenn sie etwas später auf die Alp ziehen würden, sagt Marco Bolt vom Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen, zu «Schweizer Bauer». «Die Alpzeit erstreckt sich allenfalls etwas nach hinten, wenn das Wetter im Herbst stimmt», so Bolt.

Dank des vielen Schnees sei zudem länger Schmelzwasser vorhanden und somit die Wasserverfügbarkeit besser, sagt Urs Elmiger vom Landwirtschaftsamt des Kantons Uri. Und nicht zuletzt könne so das Gras in den höheren Lagen in einem optimalen Stadium genutzt werden, sagt Grossmann.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Sind Ihre Tiere bereits auf der Alp? Hat sich der Aufzug verzögert? Wenn ja, wie lange? Machen Sie bei unsere Umfrage mit

Hat sich der Alpaufzug verzögert?
Ja, um 1 Woche
30%
125
Ja, um 2 Wochen
38%
162
Ja, um 3 Wochen
13%
57
Mehr als 3 Wochen
5%
22
Nein, so wie immer
10%
43
Alpaufzug früher als sonst
3%
14

Mehr zum Thema
Tiere

Jakob Kuert In den letzten zehn Jahren sind die Schlachtgewichte der Milchkühe um rund 6 Prozent gestiegen, die durchschnittliche Milchleistung der Kühe stieg um etwa 11 Prozent. Das schreibt der…

Tiere

Bei Fankhausers sind über den Laufflächen Vernebelungsdüsen montiert. - Adrian Haldimann Vernebelungsanlagen sorgen für eine Abkühlung von bis zu 5°C. Sie setzen sich auch in Anbindeställen durch. Was dabei beachtet…

Tiere

Iglus unter Dach ja, Seitenwände nein. - Susanne Meier Einzeliglus für Kälber dürfen unter einem Dach aufgestellt werden. Die Kälber müssen aber freie Sicht haben. Kälber bis zum Alter von…

Tiere

zvg Im Milchkontrolljahr 2020 ist die Leistung der Braunviehkühe leicht zurückgegangen. Das schreibt Braunvieh Schweiz im Geschäftsbericht.  Die Leistung der 110’237 Kühe mit Standardabschluss (inklusive Original Braunvieh) sank von 7’328kg…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE