9.01.2019 15:05
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Umfrage
Umfrage: Ihre Lieblingskuhrasse?
In dieser Woche findet in Lausanne der Rinderwettbewerb Swiss Expo statt. Es messen sich Kühe der Rassen Holstein, Red Holstein, Original Braunvieh, Jersey, Swiss Fleckvieh, Brown Swiss, Simmental und Montbéliard. Wir möchten von Ihnen wissen, für welche von diesen Kuhrassen Sie am meisten Sympathien hegen? Stimmen Sie ab und diskutieren Sie mit.

Die Kuh hat in der Schweiz einen hohen Status. Für viele Einwohnerinnen und Einwohner ist sie das Lieblingstier schlechthin. Bei einer nicht-repräsentativen Umfrage von der Zeitung «Blick» von Sommer 2017 zum Thema «Nationaltier» rangierte die Kuh auf Platz 3, ganz knapp hinter dem Berhardiner und dem Steinbock. Im vergangenen November konnten die Stimmbürger gar darüber entscheiden, ob die Kühe mit Hörnern finanziell unterstützt werden sollen. Die Initiative wurde schliesslich abgelehnt. 

Die Schweiz eignet sich ausgezeichnet für die Milchviehhaltung. Im Talgebiet sind rund 55 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Wiesen und Weiden, im Berggebiet sind es rund 95 %. Trotz dieser guten Voraussetzungen nimmt die Anzahl Milchkühe in der Schweiz stetig ab. Im Jahr 2000 lebten noch knapp 670'000 Tiere in der Schweiz. 2017 wurden nur noch 570'000 Kühe gemolken. Zurückführen ist die Abnahme auf den Strukturwandel und den Zuchtfortschritt. Durch die Zucht, optimierte Haltung und leistungsgerechte Fütterung stieg die Milchleistung der Kühe über viele Jahre ständig an und erreicht nun einen Durchschnittswert von rund 7000 kg pro Milchkuh und Jahr.

2017 wurden in der Schweiz rund 3.4 Milliarden Kilo Milch produziert. Gemäss Milchstatistik 2017 Von den 3.4 Milliarden gelangte der weitaus grösste Teil in die Käsefabrikation (inkl. Quark), im Jahr 2017 waren dies 43.7%. Die übrigen Verwendungsarten wiesen im Jahr 2017 die folgenden Anteile auf: Butter 15%, Konsummilch 11.3%, Dauermilchwaren 10.8%, Konsumrahm 8.3%, Jogurt und Milchspezialitäten 6.1% sowie andere Milchprodukte 4.8%

An der Swiss Expo, sie gehört zu den wichtigsten Viehzuchtanlässen Europas, werden 8 Milchviehrassen respektive Zweinutzungsrassen präsentiert. Wir möchten von Ihnen wissen, für von diesen Rassen Sie am meisten Sympathien hegen.

Wir präsentieren Ihnen kurz die Rassen (Quelle: landwirtschaft.ch, swissherdbook.ch, holstein.ch, braunvieh.ch):

Holstein: 
Die Holsteinrasse stammt aus den Niederlanden. Dank ihrer sehr hohen Milchleistung gehören die Holsteinkühe zur weltweit am weitesten verbreiteten Milchrasse – schätzungsweise gibt es über 80 Millionen Holsteintiere. In den meisten Ländern stellt die Holstein mehr als 90% des Milchviehbestandes dar. In der Schweiz war sie in den 1970er-Jahren nur regional vertreten. Seither hat sie sich stark entwickelt und stellt heute rund 45% der Schweizer Rinderpopulation dar. Die Holsteiner verdrängten durch ihre herausragenden Milchleistungen die meisten einheimischen Schwarzbuntrassen. So auch in der Schweiz, wo die Freiburgerrasse den Holsteinern weichen musste.

Red Holstein: 
Die Red Holstein-Rinderrasse ist bis auf die Farbe der Holsteinrasse sehr ähnlich. Sie ist eine gute Milchkuh, eignet sich aber auch für die Fleischproduktion. Die Holstein- und Red Holstein-Tiere sind die effizientesten in der Umsetzung von Futter in Milch unter intensiven Fütterungsbedingungen.

Swiss Fleckvieh: 
Das Wort Swiss Fleckvieh ist ein Synonym für eine mittelrahmige, milchbetonte Zweinutzungskuh mit stark ausgeprägten funktionellen Merkmalen. Die gut ausbalancierten Tiere eignen sich bestens für Grünland- und Weidebetriebe. Das eigene Zuchtprogramm begann durch den Zukauf von Swiss Fleckvieh-Stieren bei der künstlichen Besamung in den 70er Jahren. Die Blutanteile der heutigen Swiss Fleckvieh Population entsprechen zirka zu 2/3 Holstein- und 1/3 Simmentalblut. Die Tiere haben eine hellrote bis dunkelrote Grundfarbe mit weissen Flecken, seltener auch weisse Farbe mit roten Flecken. Oft haben sie einen weissen Bauch und weisse Beine.

Simmental: 
Simmentaler ist eine Schweizer Rasse, die ihren Ursprung im Simmental im Berner Oberland hat. Schweizer Zweinutzungsrasse für Milch- und Fleischproduktion. Meist falb (gelb), selten rot, mit weissen Flecken. Weisser Kopf, weisser Bauch und Beine. Die mittelgrossen Kühe verfügen über einen kräftigen Körperbau, eine gute Bemuskelung sowie einen ruhigen Charakter. Die Rasse weist einen stabilen Stoffwechsel und beste Gesundheitsmerkmale auf.

Montbéliarde: 
Die Rasse hat ihren Ursprung im französischen Jura und in der Region von Montbéliarde in Frankreich. Züchterisch gehört sie in dieselbe Familie wie die Simmentaler Rasse. Französische Zweinutzungsrasse für Milch- und Fleischproduktion. Rot-weiss gescheckt. Weisser Kopf, weisser Bauch und weisse Beine. Kräftiger Körperbau und gute Bemuskelung. Das detaillierte Zuchtziel finden Sie unten.

Jersey: 
Das Jersey-Rind kommt ursprünglich von der Ärmelkanalinsel Jersey. Heute findet man diese Rasse auf der ganzen Welt. In der Schweiz jedoch erst seit 1995. Davor war der Import wegen dem Tierzuchtgesetz verboten. Wird die Milch nicht nach Kilogramm, sondern nach Inhaltstoffen bezahlt, so ist die Jersey die wirtschaftlichste Kuh der Welt.

Braunvieh: 
Braunvieh ist eine original Schweizer Rindviehrasse. In der Zentral- und Ostschweiz hat die Haltung seit Jahrhunderten Tradition. Es besticht durch seine Wirtschaftlichkeit. Das Braunvieh als Schweizer Ursprungsrasse gilt als gehaltsstark, fruchtbar, langlebig und anpassungsfähig. Die Kreuzung mit amerikanischen Brown-Swiss-Tieren führte hauptsächlich zur Verbesserung der Milchleistung. Heute gilt Schweizer Braunvieh vorwiegend als wirtschaftlicher Milchviehtyp. Braunvieh-Milch eignet sich dank des hohen Kappa-Kasein B Anteils besonders zur Käseherstellung.

Original Braunvieh: 
Kühe mit reinem Schweizer Braunviehblut nennt man die Original Braunen. OB gilt nur, wer 100 Prozent OB-Blut-Anteil in der Abstammung hat. Rückkreuzungen werden folglich nie OB. Die Vereinigung zur Erhaltung und Förderung der schweizerischen Original Braunviehrasse wurde am 12. Februar 1981 gegründet. Sie entstand zu einem Zeitpunkt, als die Einkreuzung mit importiertem Brown-Swiss-Blut die Mehrheit der Braunviehbestände erfasst hatte. Die Beliebtheit der Zweinutzungsrasse steigt seit Jahren. Zucht, Agrarpolitik und Betriebsverhältnisse machen es möglich.

Welche Kuhrasse kann Sie am meisten überzeugen? Stimmen Sie ab und diskutieren Sie mit.

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