Freitag, 20. Mai 2022
04.05.2022 18:47
Umfrage

Umfrage: Raus- oder Weidebeitrag?

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Von: hal

Als Alternative zum Raus-Beitrag wird für das Rindvieh ab 2023 der Weidebeitrag eingeführt. Doch auch beim Raus-Programm gibt es andere Regeln. Wir wollen von Euch wissen: Meldet Ihr Euch für eines der beiden Programme an? Oder lässt Ihr es bleiben? Abstimmen und mitdiskutieren

26 Weidetage pro Monat von Mai bis Oktober und 13 Ausläufe von November bis April. Zudem die Anforderung, an jedem Weidetag 25% der Tagesration mit Trockensubstanz (TS) auf der Weide zu decken: Das waren die bisherigen Anforderungen des Programms regelmässiger Auslauf im Freien (Raus).

«Für grössere Betriebe»

Ab 2023 fällt beim Raus jedoch die 25%-TS-Regelung weg. Neu muss dafür Tieren der Rindergattung und Wasserbüffeln jederzeit eine Fläche von vier Aren pro Grossvieheinheit (GVE) zur Verfügung stehen. Wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) auf Anfrage gegenüber «Schweizer Bauer» mitteilt, muss diese Anforderung von Mai bis Oktober an jedem Weidetag eingehalten werden. Bei diesem Wechsel von der 25%-TS-Regelung auf die 4-Aren-Regelung handle es sich um eine langjährige Forderung der Branche, um auch grössere Rindviehbetriebe mit begrenzten stallnahen Weideflächen für die Weidehaltung zu motivieren.

Die Anforderungen an den Weidebeitrag sind höher als die RAUS-Anforderungen mit einer höheren Anzahl von Auslauftagen im Winter und einer höheren minimalen Futteraufnahme auf der Weide.
Agridea

Das BLW spricht von einer Lockerung der Bestimmungen. Deshalb erwarte man bei den meisten bestehenden Raus-Betrieben keine Probleme. Tatsächlich ist es so, dass mit 4 Aren Weidefläche pro GVE nicht eine 25%-TS-Ration erreicht werden kann. Wie Matthias Schick vom Strickhof ZH vor einem Jahr gegenüber dieser Zeitung sagte, müsse, um diese 25%-Futterquote zu erreichen, als Faustregel bei durchschnittlichen Milchleistungen in der Tal- und Hügelzone eine Mindestfläche von 8 Aren pro GVE eingezäunt sein. Das BLW spricht von einer Lockerung. Auf den Betrieben ist diese 4-Aren-Regelung aber einfacher kontrollierbar als die bisherige 25%-TS-Regelung.

70% TS bei Weidebeitrag

Als Alternative zum Raus-Programm wird für das Rindvieh ein neuer Beitrag zur Förderung des Tierwohls mit der Bezeichnung «besonders hoher Auslauf- und Weideanteil» oder kurz «Weidebeitrag» eingeführt. Die Weidefläche, die Rinder und Wasserbüffeln von Mai bis Oktober an 26 Weidetagen zur Verfügung steht, muss an jedem Weidetag mindestens 70% der Tagesration an Trockensubstanz decken. Ausgenommen hiervon sind bis zu 160 Tage alte Kälber. Auch beim Weidebeitrag muss wie beim RAUS-Beitrag ein Auslaufjournal geführt werden. Die Teilnahme am Programm «Weidebeitrag» ist freiwillig. 

Die Beiträge für Raus und für den Weidebeitrag sind für dieselbe Rindviehkategorie nicht kumulierbar.
Agridea

Der Beitrag, der jährlich pro GVE für Rinder und Wasserbüffel bezahlt wird, beläuft sich auf 350 Franken pro GVE für Tiere, die älter als 160 Tage sind, und 530 Franken pro GVE für Tiere bis zu 160 Tagen. Für Raus gibt es 190 Franken und 370 Franken für Tiere bis 160 Tage.

Der Landwirt kann nicht gleichzeitig Raus und Weidebeitrag für dieselbe Kategorie anmelden. Der Weidebeitrag kann für jede der im Betrieb vorhandenen Rindviehkategorien beantragt werden. Er wird unter der Voraussetzung ausbezahlt, dass alle auf dem Betrieb vorhandenen Rindviehkategorien mindestens im RAUS-Programm angemeldet sind. Die Anmeldung ist erstmalig im Jahr 2022 für das Jahr 2023 möglich. Das Gesuch für Direktzahlungen muss gemäss den Vorgaben des kantonalen Landwirtschaftsamts eingereicht werden.

-> Hier könnt Ihr das Merkblatt von Agridea downloaden

Wie sieht es auf Euren Betrieb aus? Nehmt Ihr an einem der beiden Programme teil? Oder lässt er Ihr es bleiben? Und was denkt Ihr über den neuen Weidebeitrag? Stimmt ab und diskutiert mit

Meldet Ihr Eurer Rindvieh an?
Ja, für den Weidebeitrag
28%
245
Ja, für Raus
39%
344
Nein, für kein Programm
17%
151
Ich kläre es noch ab
16%
141

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23 Responses

  1. Jeden Tag mindestens 70 % TS auf der Weide.
    D.H. bei nassem Wetter darf ich die Kühe kein einziges mal (pro Jahr ) nur 3 Std auslassen.
    Viel zu starre unüberlegte Anforderungen!

    1. Tip: lies das Merkblatt von Agridea, da klären sich deine Bedenken.
      70 % ist eh fast Vollweide. Wenn du nur kurz weiden möchtest, so erreichen die Tiere mit je einem Weidegang vormittags und abends die Menge, und 30 % sind der Ausgleich fürs nasse Futter.

  2. 4 Aren pro GVE ist Unsinn, viele bewärte Weidesysteme (Rationenweide, Koppelweide) können nicht mehr im Raus mittmachen.

    1. Einerseits steht nirgends, dass es immer die gleichen 4a sein müssen und andererseits heisst es nicht maximal 4a, sondern minimal 4a, man darf auch mehr weiden! Wer bisher RAUS machte, muss absolut nichts ändern. Und eigentlich ist ja der Sinn des Ganzen mehr Tierwohl und weniger Umweltbelastung und nicht bloss ein Geldverteilschlüssel.

      1. Du irrst Dich. Bei einer Koppelweide sind es Häufig nur 1.5 -2a Pro GVE.
        Kurzrasenweide (für die dieses programm gerechnet ist) gehr bei mir wegen Trockenteit und dem damit verbundenen Leitgras Rohrschwingel nicht. Und Weidebeitrag geht nicht, weil ab September 50 % der Ration Luzerne eingegrast werden. Trockenheit zum zweiten.
        Ich werde abgesägt. trotz 230 Tg Weide, 160 Tg Auslauf und 95 % Grundfutter

        5

  3. Im Winter 22 Auslauftage im Anbindestall ist ja noch Möglich, aber Herbst und Frühling wenn die Wide noch nicht oder nicht meh möglich ist und gleichzeitig viel Arbet auf dem Feld anfällt unmöglich gleichzeitig fast jeden Tag alles in den Laufhof zu lassen.
    Also Vollweidebezriebe mit Anbindestall werden die Bedingungen deutlich erschwert owohl sie den Weideanteil deutlich übertreffen.

  4. Spätestens wenn der nächste Trockensommer kommt, stehen dann viele vor leeren Futterlagern und dann wird es lustig, wenn auf den Weiden nichts wächst, nachdem man den Betrieb für diese Gelder fit gemacht hat.

  5. Aufgrund der obigen Kommentare glaube ich, dass es höchste Zeit ist, einen sogenannten „JAMMERIBEITRAG“ einzuführen. Dann hätten nämlich alle ohne Zusatzaufwand Anspruch darauf!

  6. Mit Koppel/Rationenweide holt man mehr Milch aus dem Futter, das auf der Weide wächst. Vor allem wenn es trocken ist und kaum etwas nachwächst. Ausserdem wird es so schwieriger den Putzschnitt zu machen und nachzudüngen mit Gülle. Dadurch leidet langfristig die Zusammensetzung der Gräser. Return to sender.

  7. bei einem heutigen geforderten Milchvieh-bestand von 50-60 Kühen (vom Bund und Kantonen so damit es Struktur-Beiträge gibt) bedingt die 75% Regel eine Weidefläche im den Sommermonaten Juni-August eine Weidefläche von ca. 25ha. jeder Betrieb der dies ohne Mühe erreicht Gratulation. Alle anderen wissen nicht wieviel Ihre Kühe fressen.
    Na dann Bravo!!!

  8. Wie soll den ein Bergbauer der viele Steilflächen bewirtschaftet das umsetzen? Wie zum Beispiel wenn der Frühling so nass war wie 2021 ? Hahaha

  9. Ich erfülle momentan das RAUS! Da ich aber koppelweid betreibe kann ich nicht mehr daran teilnehmen weil ich nicht immer 1 ha für meine 25 kühe geben will da ich zuviel schaden und verluste dadurch habe! Nicht jeder Betrieb hat viel schöne Fläche um den stall !!

  10. Wenn ich das alles so anschaue was die neue AP will….ist uns Bauern in die Knecchtschaft zu zwingen. Anstelle den Fokus auf die Produzentenpreise zu legen wo für uns Landwirte viel wichtiger wäre…zB seit über dreissig Jahren haben wir die Teuerung nicht bekommen. Aber das wollen die in Bern gar nicht, weil wir so viel weniger Abhängig wären von den Direktzahlungen und somit weniger Macht über uns haben.

  11. Hier in Bayern wird ebenso oben drüber gedroschen, alles vereinheitlicht. Gerade in der Landwirtschaft wo die Vielfalt vorherrscht (noch) sollte auf die verschiedenen Gegebenheiten geachtet werden. Wird aber nicht. Allen voran die Berufsvertretung haut einfach oben drüber. Ist schlichtweg zu faul und leider auch zu dumm um ins Detail zu gehen.

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