15.08.2018 12:27
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Umfrage
Umfrage: Verfrühter Alpabzug?
Die Trockenheit macht der Schweiz und im Besonderen den Bauern arg zu schaffen. Stark betroffen sind auch die Alpen. An einigen Orten kam es bereits zu verfrühten Alpabfahren. Sind Ihre Tiere noch auf der Alp? Oder sind diese bereits zurückgekehrt? Stimmen Sie ab.

Seit Monaten ist es in der Schweiz viel zu trocken. Das Gras auf den Wiesen und Weiden wächst nicht mehr, Kulturen wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben haben Hitzestress und tragen teilweise Schäden davon.

Futtermangel

Stark betroffen sind auch die Berggebiete. Vor allem an südexponierten Hanglagen ist das Gras regelrecht verbrannt. Die Tiere finden kein Futter mehr, teilweise wurde bereits Winterfutter verfüttert oder Tiere mussten den Weg ins Tal antreten.

So unter anderem die Kühe von der Buchser Alp Malbun, wie das «Tagblatt» vergangene Woche berichtete. Der Grund war Futtermangel wegen der langen Trockenheit. Der Alpabzug erfolgte drei Wochen früher als üblich. Ebenfalls früher als in den Vorjahren kehren des Diepoldsauer Schwamms ins Tal zurück. Die Alpabfahrt findet zwei Wochen früher als sonst statt.

Eineinhalb Monate früher


In Appenzell Ausserrhoden wurde auf einer Alp mit der Alpabfahrt begonnen, berichtet FM1. Die Milchkühe brauchen ausreichend Wasser und Futter, sie werden deshalb von manchen Alpen ins Tal getrieben. «Die Rinder bleiben weiterhin auf der Alp», sagt Jakob Scherrer, Leiter des Amtes für Landwirtschaft in Appenzell Ausserrhoden.

Auch in der Innerschweiz sorgte die trockene Witterung zu einem verfrühten Alpabzug. Auf der Alp Schwandenring im Gebiet Wildspitz im Kanton Schwyz würden die Kühe normalerweise noch grasen. Doch in diesem Jahr hat die Sonne die Wiesen ausgetrocknet. «Dort wo das Gras wirklich verbrannt ist, wird wohl auch nichts mehr wachsen. Auf unserer Alp im Schwandenring ist es wirklich ganz verreckt», sagte Älpler Erich Ott vergangene Woche zu Radio SRF.

Ende vergangener Woche haben die Kühe die Alp verlassen – rund eineinhalb Monate früher als geplant. Er habe alles versucht, sagte Ott. So hat er Futter auf die Alp transportiert, zudem hat Ott die Weideparzellen so eingeteilt, dass das Futter länger ausreichen sollte. Doch es nützte alles nicht.

Wassermangel

Ein weiterer limitierender Faktor auf den Alpen ist der Wassermangel. Auf zahlreiche Alpen wurde bereits Wasser hinaufgeführt oder geflogen. Doch der Wassertransport geht ins Geld. Wie die «SonntagsZeitung» jüngst berichtete, schlägt eine Flugminute mit 40 Franken zu Buche. Dementsprechend werden Transporte teuer. Damit keine finanziellen Härtefälle entstehen, treten die Helifirmen Aufträge an die Armee ab. Diese fliegt das Wasser gratis auf die Alpen. Die Flugstunden fallen Zeitbudget, das für Trainingsflüge ohnehin nötig ist.

Die Luftwaffe übernehme nur, wenn diese Unternehmen die Flüge nicht durchführen könnten, sagte Armee-Sprecher Daniel Reist kürzlich. Denn die Armee darf Private nicht konkurrenzieren.

Einige Gebiete hatten genügend Regen

Es gibt aber auch Regionen, die von der Trockenheit nicht tangiert sind und von einem guten Sommer sprechen. Beispielsweise auf den Urner Alpweiden, wie «Urner Zeitung» berichtet. Dank regelmässigen Gewittern ist die Situation nicht so schlimm. Von der Dürre verschont blieb zum Beispiel das Schächental. «Wir durften uns immer wieder über einzelne Gewitter freuen, die für das nötige Wasser gesorgt haben», sagt Matthias Stadler. Er bewirtschaftet die Alp Chammli, die höchstgelegene Urner Kuhalp, auf 2054 Metern über Meer. Ebenfalls im Bisistal, auf knapp 1500 Metern über Meer, sorgten Gewitter immer wieder für etwas Regen.

Das Problem bei einem verfrühten Alpabzug in diesem Jahr: Auch im Tal fehlt oft das Futter. Bauern müssen Futter zukaufen, Winterfutter verfüttern oder Tiere schlachten lassen. 

Wie sieht es bei Ihnen aus? Sind Ihre Tiere bereits ins Tal zurückgekehrt? Werden sie in den kommenden Tagen von den Alpen abgezogen? Oder hat es für Ihre Tiere noch genügend Futter und Wasser auf der Alp? Mitdiskutieren und abstimmen

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