7.08.2018 17:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Waadt
VD: Armee bringt Vieh Wasser
Die anhaltende Trockenheit wird auch in der Westschweiz zunehmend zum Problem. Die Kantone Waadt und Freiburg haben die Armee gebeten, durstige Kühe auf Alpbetrieben per Helikopter mit Wasser zu versorgen.

Der Kanton Waadt richtete eine Hotline für die Bauern ein, um deren Anfragen für Wasserlieferungen zu registrieren. Auf dem ganzen Kantonsgebiet werden zurzeit 40'000 Kühe gesömmert. Jede einzelne Kuh konsumiert pro Tag zwischen 100 bis 150 Liter Wasser. Die Wasserlieferungen erfolgten mit Zisternenwagen. Da die zivile Hilfe an ihre Grenzen stiess, beantragte die Waadtländer Regierung zudem Unterstützung durch die Armee.

Beim Lac de Joux im Waadtländer Jura und beim Waffenplatz Rochats oberhalb von Provence in den Waadtländer Voralpen wurden Wasserbecken von 50 Quadratmetern eingerichtet. Super Puma-Helikopter flogen am Dienstag mehrere Einsätze, um die Becken mit Wasser zu füllen.

Auch der Kanton Freiburg bat die Armee am Dienstag wegen der anhaltenden Trockenheit, nicht über die Strassen zugängliche Alpen mit Wasser zu versorgen. Die ersten Einsätze könnten schon vor Ende der Woche stattfinden. Das Wasser soll ebenfalls per Helikopter transportiert werden und als Ergänzung zu den bereits beauftragten privaten Unternehmen dienen. Der Kanton Jura hat am Dienstag beschlossen, den durch die Trockenheit betroffenen Landwirten zusätzlich den Massnahmen des Bundes finanziell unter die Armee zu greifen.

Der Transport von Wasser mit dem Helikopter kann für die Bauern ins Geld gehen. Wie die «SonntagsZeitung» jüngst berichtete, schlägt eine Flugminute mit 40 Franken zu Buche. Dementsprechend werden Transporte teuer. Damit keine finanziellen Härtefälle entstehen, treten die Helifirmen Aufträge an die Armee ab. Diese fliegt das Wasser gratis auf die Alpen. Die Flugstunden fallen Zeitbudget, das für Trainingsflüge ohnehin nötig ist.

Die Luftwaffe übernehme nur, wenn diese Unternehmen die Flüge nicht durchführen könnten, sagte Armee-Sprecher Daniel Reist kürzlich. Denn die Armee darf Private nicht konkurrenzieren.

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