31.07.2019 16:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Viel Rapsschrot:Nicht weniger Milch
Rationen mit hohen Anteilen von Rapsextraktionsschrot und daraus resultierenden niedrigen Kationen-Anionen-Bilanzen (DCAB) haben keine nachteiligen Effekte auf die Futteraufnahme und die Leistungen laktierende Milchkühe.

Wie die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) vergangene Woche mitteilte, ist dies ein zentrales Ergebnis eines von ihr geförderten Fütterungsversuchs an der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt.

Dabei wurden drei jeweils auf etwa 60 Tage angelegte Versuchsreihen mit Kühen im zweiten und dritten Laktationsdrittel durchgeführt. In den verschiedenen Durchgängen kamen laut UFOP Grobfuttermittel mit verschiedenen DCAB-Bereichen sowie Gehalten an Chlor und Schwefel zum Einsatz. Dabei habe die Netto-Säure-Basen-Ausscheidung im Harn als wichtigster Parameter des Säuren- Basen-Haushalts deutlich auf die DCAB der Ration reagiert und sich bei differenzierter Fütterung signifikant unterschieden.

Im Ergebnis hätten niedrige DCAB von Rationen mit hohen Rapsextraktionsschrotanteilen grundsätzlich nicht zu deutlich nachteiligen Effekten auf die Futteraufnahmen und Leistungen gegenüber Rationen mit höherer DCAB geführt. Positive Effekte zur Vermeidung sehr niedriger DCAB-Werte beziehungsweise hoher Schwefelgehalte durch Futterzusätze oder Puffersubstanzen seien teilweise möglich gewesen.

Den Forschern zufolge sollten die DCAB der eingesetzten Einzelfuttermittel aus Analysen bekannt sein oder aus sicheren Erfahrungs- beziehungsweise Tabellenwerten übernommen werden. Dies gelte insbesondere, wenn niedrige DCAB von Grobfuttermittel zu erwarten seien und gleichzeitig Rapsextraktionsschrot oder andere Eiweißfuttermittel mit negativer DCAB eingesetzt würden.

Der UFOP zufolge kann mit dem Ergebnis bestätigt werden, dass sich hohe Rapsextraktionsschrotmengen bei GVO-freier Fütterung in der Milchkuhhaltung im Praxiseinsatz und in durchgeführten Fütterungsversuchen grundsätzlich bewähren. Für die Fütterung von laktierenden Milchkühen gebe es in der Ration jedoch anzustrebende Zielbereiche für die DCAB.

Es sei darauf zu achten, dass es bei niedrigen oder gar negativen DCAB-Gehalten im Grobfutter nicht auch ebensolche Eiweissfuttermittel eingesetzt würden, da es dann da es dann zu kritischen Werten in der Gesamtration kommen könne.

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