4.11.2013 06:16
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Milchvieh
Viele investieren in Laufställe
Trotz Gegenwind von Markt und Agrarpolitik: Schweizer Bauern halten an der Milchproduktion fest. Davon zeugen die vielen neu- und umgebauten Milchviehställe. Diese werden nicht immer grösser, aber immer besser.

Im Frühling bezieht die Plantahof-Herde, eine der bekanntesten Brauviehherden, ihren neuen Stall. Aber auch andernorts wird kräftig gebaut. Das bestätigen diverse Stallbaufirmen. «Es wird relativ viel in neue Ställe investiert», weiss Urs Schmid von DeLaval aus Sursee LU, «und zwar meist von Familienbetrieben, die für 35 bis 40 Kühe neu bauen.» In der Ost- und der Westschweiz seien es eher grosse Ställe für 50 Kühe und mehr, in der Zentralschweiz kleinere.

40 bis 80 Plätze

Diese Einschätzung teilt Patrick Hächer von der Stallbaufirma Strüby aus Seewen SZ: «Die Bauern investieren in neue Ställe. Die werden tendenziell grösser, die Struktur des Familienbetriebs bleibt aber erhalten.» Auch die Krieger AG in Ruswil LU plant hauptsächlich Laufställe für 50 bis 80 Kühe auf Familienbetrieben, wie Verkaufsleiter Toni Fleischlin ausführt. Ganz grosse Projekte für über 100 Kühe seien eher selten. 

Das bestätigt auch Christian Hauert von der GLB: «Es werden erstaunlich viele Ställe für 40 bis 50 Kühe gebaut. Die Hemmschwelle, sich mit Partnern zu einer Gemeinschaft zusammenzuschliessen, ist gross.» Dazu brauche es eine gewisse Grösse, sagen die Stallbauer übereinstimmend. Doch andere Faktoren seien ebenso wichtig. Die Bauernfamilien, die neu bauen, entschieden sich bewusst dafür, weiterzumelken. «Sie haben von Beginn weg die Erweiterbarkeit im Auge, optimieren die Arbeitsabläufe und investieren viel Geld in die Technik und ins Tierwohl», betont Toni Fleischlin von Krieger. Das führe dazu, dass die Projekte bezüglich Finanzierung oft am Limit seien. Urs Schmid von DeLaval weiss: «Wenn investiert wird, dann ziemlich viel.»

Tierwohl wird immer wichtiger

Christian Hauert von der GLB ergänzt: «Entweder werden kostengünstige Minimalställe gebaut, oder es wird viel Geld in den Kuhkomfort und in die Infrastruktur gesteckt.» Dazu gehöre nicht nur die Melktechnik, sondern auch die Herdenüberwachung. Bei DeLaval kenne man diesen Trend auch, sagt Urs Schmid: «Das Tierwohl wird immer wichtiger, und die Arbeitsabläufe müssen durchdacht sein.» Auch Patrick Hächler von Strüby weiss, dass den Bauern das Tierwohl am Herzen liegt: «Tierwohl bedeutet aber auch gute Produktequalität und tiefe Tierarztkosten.»

Die Tierschutz-Übergangsfristen haben  zu Betriebsumstellungen, aber auch zu vielen  Sanierungen von Anbindeställen geführt. Die Zukunft gehöre aber klar dem Laufstall, betonen die Stallbauer.

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