23.01.2019 15:37
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
«Waldkuh» wird zum Problem
Im bayerischen Landshut (D) lebt seit rund drei Monaten eine junge Kuh in einem Waldstück. Sie ist praktisch unauffindbar. Die Polizei möchte das Tier aber so rasch als möglich einfangen, weil sie eine Gefahr für den Strassenverkehr und auch die Bevölkerung ist.

Mitte Oktober begann die Flucht des Rindes. Landwirt Josef Wiedenbeck aus Holzhausen bei Landshut wollte das Jungtier in einen LKW verladen. Sie sollte auf einen neuen Hof kommen. Doch beim Verladen nahm sie Reissaus. Es handle sich aber um keines ihrer Tiere, erklärt Tanja Wiedenbeck gegenüber dem Wochenblatt. «Der Viehhändler hatte es lediglich zwei Tage bei uns untergestellt», fährt sie fort. 

«Das Rind ist 2 Meter hoch gesprungen. Das glaubt keiner», sagt Josef Wiedenbeck zum Bayerischen Rundfunk. In der Folge blieb das Jungtier wochenlang verschollen. Es streift durch die Gegend, von Hof zu Hof, von Weide zu Wald. Die Polizei suchte in den vergangenen Wochen mit einem Helikopter und einer Drohne mit Wärmebildkamera nach dem Tier.

Doch es ist durch den vielen Wald in der Gegend geschützt, ein Auffinden aus der Luft ist praktisch unmöglich. «Eine Kuh zu finden ist - entgegen der landläufigen Meinung - alles andere als leicht», sagt Hermann Vogelgsang, Leiter der Polizei Vilsbiburg, zum TV-Sender.

Das Einfangen werde immer schwieriger, weil das Jungtier mittlerweile menschenscheu geworden sei, fährt der Polizist fort. Doch die Beamten wollen es unbedingt einfangen. Denn die junge Kuh wird zu einer Gefahr für den Strassenverkehr. Und es könne sein, dass sie sich gegenüber Menschen aggressiv verhalte. Deshalb solle man Abstand nehmen, warnt die Polizei.

Dem Jungtier sind die Bemühungen der Beamten herzlich egal. Im Wald findet sie genügend zu fressen und zu saufen. Das Fell schützt sie vor Minustemperaturen. Vor einigen Tagen wurde sie jedoch nur 1.5 Kilometer von ihrem Heimathof entdeckt. Anwohner haben sie in den Abendstunden in der Nähe eines Bauernhofes entdeckt. Vielleicht hat das Rind das Leben allein im Wald satt. Oder es sucht nach Futter.

Die Polizei ruft die Bevölkerung auf, den Aufenthaltsort des Jungtiers umgehend zu melden. Ein Tierarzt würde anschliessend ausrücken, um das Tier mittels Narkosegewehrs zu betäuben. Das Erschiessen des rund 400 Kilo schweren Tieres sei die letzte Möglichkeit, versichert Hermann Vogelgsang. 

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