7.03.2018 19:14
Quelle: schweizerbauer.ch - hal
Bernischer Fleckviehzuchtverband
Weber soll neu in Verwaltung
Adrian Weber soll Nachfolger von Walter Lüthi werden. Die Beständeschauen geniessen weiterhin grosse Beliebtheit. Der Vorstand des Bernischen Fleckviehzuchtverbandes (BFZV) wird nicht verkleinert. Das waren einige der Themen an der Delegiertenversammlung des BFZV mit 388 Delegierten.

Der engagierte Adrian Weber wird ab Mai 2018 höchstwahrscheinlich die Nachfolge von Walter Lüthi in der Verwaltung swissherdbook Zollikofen antreten. Die Delegierten des Bernischen Fleckviehzuchtverbandes (BFZV) wählten Weber im ersten Wahlgang, der sich gegen Jürg Küng und Ferdinand Oehrli durchsetzte.

194 Stimmen für Weber

194 Stimmen für Adrian Weber, Niederried; 97 für Jürg Küng, Tägertschi, und 94 für Ferdinand Oehrli, Teuffenthal. Die Delegierten entschieden sich in einer geheimen Wahl eindeutig für Adrian Weber, der am 10. April 2018 an der Delegiertenversammlung von swissherdbook Zollikofen nun zur Wahl als Mitglied der Verwaltung vorgeschlagen wird.

Die Delegierten folgten dem Antrag des Vorstandes unter Präsident Niklaus Hofer, ein Einzelkandidat zur Wahl zu stellen. Weber bezeichnet sich selber aufgrund seiner Sprachkenntnisse als Brückenbauer zwischen der französisch- und deutschsprachigen Schweiz.

Eine lange Geschichte

Nach fast eineinhalb Jahr Turbulenzen rund um Walter Lüthi und sein Sitz in der Verwaltung von swissherdbook Zollikofen dürfte nun wieder Ruhe einkehren. Zur Erinnerung: vergangenen Herbst vor einem Jahr kam es während einer Aussprache zwischen der Verwaltung von swissherdbook Freiburg und swissherdbook Zollikofen zum Knall. An der Delegiertenversammlung von swissherdbook Zollikofen im April stand die Abwahl von Lüthi aus dem Vorstand zur Debatte. Dieser wurde allerdings nicht abberufen.

Vergangenen Herbst gab Lüthi aber bekannt, sich im April 2018 nicht mehr für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung zu stellen. Der BFZV schrieb in der Folge ihre acht Unterverbände an mit der Bitte, geeignete Kandidaten zu melden. Für den Wahlkampf stellten sich die obengenannten Kandidaten zur Verfügung.

«Wir können stolz sein»

Die Beständeschauen sind im Kanton Bern weiterhin beliebt. Dies zeigen zumindest die von Schaukommissions-Präsident Christian Aegerter präsentierten Zahlen. 40 500 Kühe wurden 2017 auf den Beständeschauplätzen punktiert. Trotz der schwierigen BVD-Situation seien das nur 80 Kühe weniger als im Vorjahr, vermeldete Aegerter erfreut. Hervorzuheben gebe es die höhere Auffuhrzahl von 155 Kühen der Rasse Swiss Fleckvieh, die insgesamt rund 35 Prozent der aufgeführten Tiere ausmachten. Auch Adrian Weber liegt der Erhalt der Beständeschauen am Herzen, wie er selber sagte.

Aufgrund der Amtszeitbeschränkung von zwölf Jahren als Schauexperte kommt es von Jahr zu Jahr zu personellen Änderungen im Team der 40 Experten. In diesem Jahr trifft es eine Person, nämlich Walter Rolli, Brügg bei Biel, der sein Amt an Andreas Stotzer, Büren an der Aare, weitergibt. Rolli stand rund 250 Tage als Schauexperte auf den Schauplätzen im Einsatz.

Vorstandsverkleinerung hatte keine Chance

Der Viehzuchtverband Aeschi und Umgebung stellte den Antrag, den BFVZ-Vorstand auf 7 Mitglieder zu reduzieren. Der Vorstand besteht bis anhin aus 12 Vertretern aus den Unterverbänden und Regionen, sowie 4 Vertretern aus anderen Organisationen (1 Schaukommission; 1 Jungzüchter, 2 Verwaltung Swissherdbook). Im Antrag wurde gefordert, von den insgesamt 16 Vorstandsmitgliedern die 4 Vertreter aus den anderen Organisationen zu streichen, respektive nur noch bei Bedarf beratend beizuziehen, sowie die 7 Vertreter aus den Unterverbänden auf 5 zu reduzieren. Die Begründung lautete, dass mit der Umlagerung der Beständeschauen an swissherdbook Zollikofen das Aufgabengebiet des BFZV stark reduziert würde. Die Spesen würden in der Verbandsrechnung stark ins Gewicht fallen. Einsparungen seien möglich.

Der BFVZ-Vorstand lehnte den Antrag ab. Die dadurch erzielten Einsparungen von 60 bis 90 Rappen pro Betrieb und Jahr seien zu wenig hoch, dass eine Hau Ruck Übung innerhalb eines Jahres gerechtfertigt wäre, begründete Geschäftsführer Christian Burkhalter im Namen des Vorstandes die Ablehnung des Antrages. Die Delegierten folgten dem Vorstand und wiesen den Antrag mit 331 zu 27 Stimmen deutlich zurück.

Burkhalter präsentierte erfreuliche Geschäftszahlen. Die Jahresrechnung 2017 konnte bei Einnahmen von 140 305 Franken und bei Ausgaben von 131 298 Franken mit einem Jahreserfolg von 9007 Franken abgeschlossen werden. Der Verband wies per Ende 2017 ein Eigenkapital von 196 744 Franken aus.

Neue Vorstandsmitglieder

Folgende drei Personen scheiden aus dem Vorstand aus: Ruedi Gygax, Oschwand; Christian Kämpf, Sigriswil, und Paul Peter, Steffisburg. David Minder, Leimiswil; Hanspeter Fuss, Teuffenthal, und Helmut Matti treten deren Nachfolge an. Als Vertreter der Jungzüchter erreichte auch Peter Brügger, Frutigen, die maximale Amtszeit. Er wird ersetzt durch Thomas Ramseier aus Süderen.

Die bisherigen Vorstandsmitglieder Hans Staub, Huttwil (Vize-Präsident), Fritz Tschanz, Prêles, und Adrian Weber, Niederried b. Kallnach, wurden für eine weitere Amtsperiode wieder gewählt.

Ehrungen herausragender Kühe

Geehrt wurden folgende Züchter für ihre Kühe mit hohen Lebensleistungen: Hansruedi Allenbach, Wiedlisbach, mit der RH-Kuh Rubens Ingrid: LL 162 034 kg Milch; Ueli und Simon Urfer, Gerzensee, mit der RH-Kuh Astero Tina: LL 153 216 kg Milch; Katharina Pfister, Rüegsbach, mit der SF-Kuh Cilo Akalei. LL 150 941; Heinz Abplanalp, Homberg b. Thun mit der SF-Kuh Trimag Gabi: LL 150 163 kg Milch; Hansueli Wälchli, Mühleberg, mit der RH-Kuh Stadel Pizza: LL 146 033 kg Milch.

Ein Leben voller Titel. Insgesamt wurde Jowis Incas Flavia an 20 grösseren Anlässen ausgestellt, mit Ausnahme der Europaschau in Colmar entschied sie sämtliche Kategorien für sich. An zwölf Ausstellungen gewann sie gar einen Titel. Das Ziel und der Höhepunkt hatte sie im vergangenen Jahr mit dem Titel zur Weltsiegerin der Rasse Red Holstein und dafür wurde sie anlässlich der Versammlung geehrt. Denn schliesslich ist Flavia eine Bernerin, gezüchtet von Ueli Josi, Wimmis, und im Besitz von Erich Zingre, Gstaad.

 

Wahlen nicht verpassen

Hansjörg Rüegsegger, Präsident des Berner Bauernverbands, gab den Anwesenden in seinem Referat einen klaren Auftrag: «Wir müssen Leute für die Grossrats- und Regierungsratswahlen vom 25. März mobilisieren.» Wenn die Leute aus dem ländlichen Gebiet nicht abstimmen würden, hätten wir ein Problem, gab Rüegsegger zu bedenken. 

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