Freitag, 7. Oktober 2022
21.09.2022 17:20
Direktzahlungen

Weide oder Raus anmelden

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Von: har

Bei der Anmeldung für den neuen Weidebeitrag sollte man sich sicher sein, ob man die Anforderungen erfüllen kann.

Ein Biobauer aus dem Kanton Bern sagte dem «Schweizer Bauer»: «Ich kann mich nur für Raus oder für Weide anmelden. Das heisst: Falls ich beim Weideprogramm die 70% Weidefutteranteil nicht einhalten kann, erfülle ich auf dem Papier nicht einmal mehr das Raus-Programm und muss um meine Bioanerkennung fürchten.»

Raus-Beitrag fällt weg

Er weidet seine Tiere und grast ein. Ganz so ist es nicht. Stefan Schönenberger, Leiter Abteilung Direktzahlungen des Amtes für Landwirtschaft und Natur im Kanton Bern, erklärt auf Anfrage: «Wenn der Weidebeitrag nicht erfüllt wird, die Raus-Anforderung hingegen schon, ist eine Anerkennung als Biobetrieb weiterhin möglich, auch wenn dies auf dem Papier anders aussehen könnte.» 

Was jedoch zutrifft, ist: Falls der Biobauer die Kriterien für den Weidebeitrag nicht erfüllt, muss er auch auf die Raus-Beiträge verzichten. Schönenberger erklärt, dass eine gleichzeitige Anmeldung derselben Rindviehkategorie für beide Massnahmen nicht zulässig sei. In der Direktzahlungsverordnung (DZV) werde festgelegt, dass für Rindviehkategorien, für die der Weidebeitrag ausgerichtet werde, keine Raus-Beiträge ausgerichtet würden (Artikel 72, Absatz 3 DZV). Im Gelan-System sei dies gemäss Vorgabe des Bundes abgebildet. Man kann nur eines der beiden Programme anwählen.

Bei Zweifel lieber nur Raus

Es muss also wohl überlegt werden, ob eine Anmeldung zum Weidebeitrag sinnvoll ist, wenn Zweifel bestehen, ob die Anforderung von 70% Trockensubstanz (TS) erfüllt werden kann. Das Bundesamt für Landwirtschaft erklärte auf Nachfrage: «Wenn man sich für den Weidebeitrag anmeldet, gilt es, die hohen Anforderungen an die Weide und den Auslauf zu erfüllen. Man ‹rutscht› bei Nichterfüllen nicht einfach in das Raus-Programm. Ausserdem sind die 70% TS der unterste Grenzwert für die Erfüllung der Anforderung und sollten daher nicht als Zielwert betrachtet werden.»

Mit dem Programm werde grundsätzlich ein Vollweidesystem gefördert. Wer Kategorien für den Weidebeitrag anmeldet, obwohl zweifelhaft ist, dass die Anforderungen eingehalten werden können, gehe das Risiko ein, keine Beiträge für die Weidehaltung zu erhalten. Aus Sicht von Bio Suisse ist der neue Weidebeitrag eine Chance, die sich für jeden Betrieb zu prüfen lohnt. Sie empfiehlt interessierten Betrieben, sich bei der kantonalen Bioberatung zu melden und das Potenzial der Weide zu berechnen.

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5 Responses

  1. Es ist eine hinterlistige Aktion, jemanden der eigentlich Raus erfüllt im Nachgang aus beiden Programmen zu kippen. Es wäre in den ersten 2 Jahren durchaus möglich gewesen, eine Druchlässigkeit zu gewähren, bis man Erfahrungen mit dem neuen Programm hat. Wer den WB nicht erreicht, aber Raus erfüllt bleibt im Raus.
    Das BLW zieht einmal mehr sein arrogantes Gehabe.

    1. Wir würden den Weidebeitrag seit vielen Jahren erfüllen, Das Aufzuchtvieh ist von mitte April bis Weihnachten nur im Gras. Wir würden beim Jungvieh seit vielen Jahren BTS erfüllen. Aber ich mag nicht mehr mich mit diesen Kontrollen, ich bin deswegen so gestresst. Und wer was finden will, findet was. Das ist es nicht Wert. Ich kenne Kontrollen von meiner früheren Tätigkeit. Lebensmittelkontrolleur sowie ISO Kontrolleure, ich hatte deswegen anfänglich eine unbefangene Einstellung, hatte…..

  2. Bei 70 % RF auf der Weide an jedem Tag, da kann ein verantwortungsfoller Bauer fast nicht mitmachen (z.B.Nässe oder Hitzeperiode), keinen einzigen Tag Ausnahme.
    Wiedereinmal ein richtig, praxisfremdes Programm.

  3. Bei uns scheitert der Weidebeitrag an den Kälbern, wir dürfen seit letztem Jahr wegen Gewässerschutz kein Iglu mehr auf der Weide haben und haben das Weiden der Tränker aus diesem Grund seit heuer eingestellt.Und promt kommt wieder ein neuer Furz Es ist eine Zwängerei, also sollen sie doch ihr Geld behalten. Ich melde aus Prinzip nichts neues mehr an. Dieses Spielchen mit den Kontrollen, bei denen man dem Kontrolleur auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist. Nein danke.

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