11.09.2019 09:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Fabien Reinhard
Fütterung
Weniger Kosten mit viel Weide
Der Futterbau ist von zentraler Bedeutung. Die Aktivitäten von Grangeneuve wurden im Rahmen einer Flurbegehung vorgestellt.

Bei der Flurbegehung wurden fünf Posten zu verschiedenen Themen absolviert, von der Düngung bis zur Fütterung über das Weidemanagement und einen Vergleich der Verdaulichkeit von verschiedenen Maissorten.

Genau messen

Ein Posten beinhaltete auch die ökonomischen Aspekte einer Futterration wie die Produktionskosten von Grünfutter. Diese Thematik ist zentral, da die Ration einen wichtigen Teil der Kosten der Milchproduktion ausmacht. Allerdings ist die Berechnung der Rationskosten nicht einfach, weshalb dieses Thema oft vernachlässigt wird.

Es wurden zunächst die Resultate eines Versuchs präsentiert, der auf dem Schulbetrieb von Grangeneuve durchgeführt wurde. Bei diesem Versuch wurde der Verzehr von verschiedenen Futtermitteln anhand von Wägungen erhoben. Der Verzehr auf der Weide, der schwieriger abzuschätzen ist, wurde mit Hilfe eines Herbometers eruiert. Diese Daten wurden sieben Mal während der Weideperiode erfasst und einmal während der Winterfütterung, wobei es sich jedes Mal um eine Erhebungsdauer von zwei bis drei Tagen handelte. Die Rationskosten wurden anschliessend berechnet, indem für die betriebseigenen Futtermittel die Daten aus Grufko und für die zugekauften Futtermittel diejenigen aus dem Reflex (siehe Tabelle) verwendet wurden.

Schwankung im Jahresverlauf

Die Resultate zeigen eine gewisse Schwankung im Jahresverlauf, die hauptsächlich auf die Änderungen der Ration zurückzuführen sind. Die Rationen im Frühling und zu Beginn des Sommers enthalten Weide, sowie Heu und verursachen Kosten von durchschnittlich 30 Rp. pro kg Milch. Die Verfütterung von Grünmais im Spätsommer und im Herbst erlaubt es, die Kosten auf 25 Rp. pro kg Milch zu senken. Die Kosten für die Winterration liegen bei 53 Rp. pro kg Milch.

Zu bemerken gilt es hierbei, dass der Gesamtverzehr bei der Erfassung in der Winterperiode mit 27 kg TS deutlich höher lag, als bei den anderen Erhebungen (19–20 kg TS). Diese Steigerung des Verzehrs kann mit der Zugabe von Maiswürfeln erklärt werden, welche auf Grund der Trockenheit im Jahr 2018 gekauft wurden, und mit der Verfütterung von äusserst schmackhaftem Emd.

25,6% der Kosten

Des Weiteren wurden die Resultate der Diplomarbeit eines Agrotechnikers präsentiert. Diese hatte zum Ziel, die Produktionskosten für Grünfutter auf sechs Betrieben mit silofreier Milchproduktion zu berechnen. Das Programm Agrico wurde als Basis verwendet und für das Grünfutter mit einer Excel-Berechnung ergänzt.

Die gewählte Methode erlaubt keine Berechnung pro Futtermittel (Weidegras, Eingrasen, Heu). Das Resultat entspricht folglich den mittleren Kosten pro Dezitonne Trockensubstanz sämtlicher Grasprodukte. Der Durchschnitt der sechs Betriebe liegt bei 34.64 Fr. pro dt TS. Im Durchschnitt machen die Kosten für die Produktion von Grünfutter 25,6% der Kosten für die Milchproduktion aus.

Viel weiden ist günstig

Bei der Analyse der Resultate fällt auf, dass die Betriebe mit einem erhöhten Weideanteil wie erwartet tendenziell die tiefsten Kosten für die Grünfutterproduktion aufweisen. Die Betriebe mit einer erhöhten Milchleistung pro Kuh sind auch diejenigen, bei welchen die Kosten für das Grünfutter mehr gewichten. Diese Tendenz lässt sich mit einem gesteigerten Augenmerk auf die Qualität (z.B. ein überdimensionierter, aber schlagkräftiger Maschinenpark, um die Qualität zu verbessern) und einem geringeren Weideanteil auf diesen Betrieben erklären.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE