17.09.2014 11:31
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Hornkühe
Weniger Milchkühe enthornt als angenommen
Gemäss einer repräsentativen Umfrage von KAGfreiland und TSM Treuhand gibt es in der Schweiz mehr Milchkühe mit Hörner als bisher geschätzt. Je grösser die Betriebe sind, desto mehr Kühe sind hornlos. Gemäss KAGfreiland bleiben die Aussichten für behornte Kühe düster.

Alle Experten haben sich massiv getäuscht. Diese gingen davon aus, dass rund 90 Prozent der in der Schweiz gehaltenen Milchkühe enthornt sind. Dem ist aber nicht so, wie eine repräsentative Umfrage von KAGfreiland und TSM Treuhand bei 1‘200 zufällig ausgewählten Milchbetrieben zeigt. Untersucht wurden die Parameter Betriebsgrösse, Anzahl behornter Kühe, Rasse und Stallart.

Gemäss der Umfrage tragen 27 Prozent der Schweizer Milchkühe Hörner. „An der Tatsache, dass die grosse Mehrheit ohne Hörner leben muss, ändert diese Zahl jedoch nichts“, so das Fazit von KAGfreiland in einem am Mittwoch veröffentlichten Communiqué. Enthornt werde aus wirtschaftlichen Gründen, und dies stelle zudem „einen ethisch umstrittenen Eingriff in die Würde und Natur der Kuh dar“, heisst es weiter.

Gemäss der Umfrage zeigen sich einige deutliche Trends:

- In Laufställen wird mehr enthornt als mit Anbindehaltung. In Laufställen tragen mehr als 90 Prozent der Tiere keine Hörner.

- Die Anzahl behornter Tiere nimmt mit zunehmender Betriebsgrösse stark ab. In Kleinbetrieben mit weniger als 20 Tiere ist knapp die Hälfte der Milchkühe „Hornträger“. In Betrieben mit 50 oder mehr Vierbeiner beträgt der Anteil nur 4 Prozent.

- Bei der Rasse Holstein ist der Anteil enthornter Kühe deutlich am höchssten.

KAGfreiland bedauert, dass in Lauställen der überwiegende Teil der Milchkühe keine Hörner trägt. „Im Laufstall ist die Haltung behornter Kühe problemlos möglich ist, wie das zahlreiche KAGfreiland-Bauern seit Jahren demonstrieren“, so die deutliche Botschaft der Organisation. Durch den Strukturwandel werden die Betriebe immer grösser. Um den Anteil behornter Kühe in grossen Laufställen zu erhöhen, müssten bereits beim Bau entsprechende Massnahmen vollzogen werden. Dem Trend entgegenzuwirken soll eine verstärkte Kommunikation sowie finanzielle Anreize. Dafür will sich KAGfreiland in der Agrarpolitik einsetzen.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier

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