30.10.2017 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Melkroboter
«Wir erleben ein Rekordjahr»
1999 nahm der erste Lely-Melkroboter in der Schweiz seinen Betrieb auf. Seither boomt das automatische Melken. Lely, DeLaval, GEA und Lemmer-Fullwood spüren eine stark steigende Nachfrage nach Automatisierung.

Am 18. August vor 25 Jahren nahm der erste Melkroboter von Lely, ein Astronaut A2, seinen Betrieb auf. Heute melken in den Niederlanden bereits 25 Prozent der Milchviehhalter ihre Kühe im Roboter.

Nachfrage steigt stetig

Auch in der Schweiz setzt sich das automatische Melken immer stärker durch. 360 Roboter von Lely sind im Einsatz – und jede Woche kommen im Schnitt 1,5 neue hinzu. «Wir erleben ein absolutes Rekordjahr seit 1999, als wir hierzulande den ersten Astronaut installierten», sagt Tiziano Ziliani vom Lely-Center Suisse. «Allein in diesem Jahr haben wir bis Mitte Oktober 73 Roboter verkauft. Bis Ende Jahr werden es etwa 80 neue Anlagen sein.»

Urs Schmid von DeLaval bestätigt das steigende Interesse der Bauern am Robotermelken: «Wir haben insgesamt 290 VMS – so heisst der DeLaval-Roboter – in Betrieb. Die Nachfrage nach automatisierter Melktechnik steigt noch immer stetig an.» In der Ost- und in der Zentralschweiz sei die Nachfrage seit Längerem sehr gross. «Und nun nimmt sie auch im Gebiet Bern–Solothurn–Jura sowie im Berggebiet markant zu.»

Zunehmend übernehmen die Roboter in den Ställen nicht nur das Melken, sondern auch das Füttern der Mischration. Urs Schmid: «Wir haben 18 grössere oder kleinere automatische Fütterungsanlagen in Betrieb. Auch bei diesen steigt die Nachfrage.» Lely hat laut Tiziano Ziliani bisher 27 Fütterungsroboter verkauft, acht in diesem Jahr.

Neue Anbieter

Die beiden grossen Player im Schweizer Robotermarkt erhalten zunehmend Konkurrenz. GEA bietet mit dem MIone einen Roboter mit mehreren Melkboxen und neu auch eine Monobox-Anlage an. «Die Monobox hat die Nachfrage deutlich ansteigen lassen», sagt Thomas Schmid von GEA Suisse. «Aktuell haben wir 38 Melkboxen und zwölf automatische Fütterungsanlagen im Einsatz.»

Auch Lemmer-Fullwood fasst hierzulande Fuss. Am Freitag hat Pius Muff von Lemmer-Fullwood in Hünenberg ZG den automatisierten Betrieb von Alois und Anita Moos vorgestellt. Sie haben das Melken, das Füttern des Grundfutters, das Misten und das Einstreuen an Roboter delegiert. «Es ist unser erster vollautomatisierter Betrieb in der Schweiz», betont Muff, «Melkroboter haben wir schon einige verkauft, dieses Jahr installieren wir den zweiten Fütterungsroboter.»

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