4.04.2018 14:32
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Viehschau
«Wir wollen keine leidenden Tiere»
Nationalrat und Landwirt Andreas Aebi (SVP/BE) stellte sich am Dienstagabend den Fragen zu den Viehschauen in der Konsumentensendung «Kassensturz». Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft für Schweizer Rinderzüchter sagte in der TV-Sendung, dass Ende April über weitere Massnahmen beraten wird.

Aebi sagte zu Beginn des Gesprächs mit Moderator Ueli Schmezer, dass pro Jahr 60'000 Kühe an Viehschauen gebracht würden. «98 Prozent davon werden weder gestylt oder präpariert wie im vorher gezeigten Beitrag. Nur bei den grossen Ausstellungen mit internationaler Ausstrahlung wie Bulle oder Lausanne werden solche Massnahmen ergriffen. Und hier müssen wir ein Auge darauf werden», machte Aebi deutlich.

Auswertung Ende April

Man habe in den vergangenen zwei Jahren Regeln aufgestellt, um Vorfälle wie überladene Euter zu verhindern. Das neue Reglement sei in Anwendung, die Resultate würden nun ausgewertet. Ende April würden die Kantonstierärzte, das Bundesamt für Veterinärwesen und die Arbeitsgemeinschaft für Rinderzüchter (ASR) zusammenkommen und über weitere Massnahmen beraten, erklärte Aebi.

«Wir wollen, dass kein Tier leidet. Deshalb haben wir den Ultraschall zur Überprüfung der Euter eingeführt. Und nun geht es darum zu eruieren, ab wann genau eine Kuh leidet», hielt Aebi fest. Es gäbe klare Regeln. Die Zwischenmelkzeiten dürften maximal zwischen 12 und 14 Stunden zu liegen kommen. Der ASR-Präsident setzte sich aber auch für die Züchter, die an den grossen Schauen teilnehmen, ein. Diese seien hervorragende Tierpfleger.

Tierschutz soll anzeigen

Aebi richtete sich auch an den Tierschutz: «Weshalb zeigen die Tierschützer die Fehlbaren nicht an, wenn sie ein Vergehen entdecken? Das würde uns helfen, wenn tierschutzrelevante Vorgehen angezeigt werden.» 99.5 Prozent der Züchter würden sich an die Regeln halten, nun gehe es darum, sich um das halbe Prozent zu kümmern.

Moderator Ueli Schmezer fragte Aebi, weshalb an den Viehschauen nicht dieselben Regeln gelten wie im Stall auf dem Betrieb. «Wieso werden nicht alle Kühe nach 12 Stunden zum gleichen Zeitpunkt gemolken und weshalb gibt es kein Verbot für Klebstoffe. Die Richter sollen lernen ein Euter zu beurteilen, wenn es nicht übervoll ist», sagte Schmezer.

In 2 Jahren mehr erreicht als in 20

«Wenn die Kühe an Ausstellungen zu viel Milch im Euter haben, geht das nicht. Wir setzen alles daran, dass das sanktioniert wird», so Aebi. Man habe den Ultraschall eingeführt. «Die Züchter sind ja gemäss Frau Fitzi von Tierschutz nervös. Und das ist ein gutes Zeichen», betonte Aebi, der selber Milchkühe auf seinem Hof hält. «Wir haben in den vergangenen zwei Jahren mehr erreicht als in den 20 Jahren zuvor», fuhr er fort. Man lasse sich von den Tierärzten und Bundesämter begleiten. «Denn wir wollen es richtig machen», so Aebi.

Schmezer fragte Aebi, ob weitere Massnahmen ergriffen werden. Man habe nun die visuelle Eingangskontrolle und die Ultraschallkontrolle - zusammen mit Bauern und Tierärzten – eingeführt. Ende April würden die Resultate den drei grossen Schauen analysiert. «Anhand von dieser Auswertung werden weitere Massnahmen zugunsten der Tiere eingeführt», versprach Aebi.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE