18.04.2019 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Robert Alder
Viehzucht
Wo Blooming Palma gross wurde
Wo das Präfix H.U. Huser’s auftaucht, muss man mit schönen Kühen und mit hohen Milchwerten rechnen. Blooming Palma, Champion am Gotthard Open, ihre Mutter Jolden Patrizia oder Villstar Roxana lassen grüssen.

Die Begeisterung ist Andrea und Hansueli Huser, aber auch ihrer ältesten Tochter Jasmin und den vier Buben ins Gesicht geschrieben. Wenn sie von ihren Kühen erzählen und in jeder freien Minute mitanpacken, sind sie in ihrem Element. Doch das war nicht immer so: «Meine Frau Andrea arbeitete an der Betriebsmeisterschaft in der Markthalle Wattwil, und ich ging nicht einmal hin», erzählt Hansueli Huser. An der Gemeindeviehschau in Nesslau habe man sich schon beteiligt.

Das Virus bricht aus

Bis 2005, als dort Prelude Prinzessin Vizemiss Toggenburg wurde. Zwei Jahre später brachte sie ein Kuhkalb von Jolden. «Das war schon als Rind eine Ausnahmeerscheinung», erinnern sie sich. Als Erstmelk holte sie den ersten Schöneutertitel und wurde Reservemiss. Das war der Beginn einer eindrücklichen Schau- und Zuchtkarriere.

Da war es um die beiden geschehen: Das Viehzuchtvirus war definitiv ausgebrochen. Diese Erstmelkkuh war Jolden Patrizia, später EX 94. «Das war die beste Kuh im Stall, sie brachte viel Eiweiss, 3,99% im Schnitt ihrer sechs Laktationen. Und sie hatte einen natürlichen Stolz. Sie schaffte ohne Probleme zwei Schauen innert 48 Stunden. Ja und seither fahren wir ab und zu an eine Ausstellung», lacht der fünffache Familienvater.

Villstar Roxana

Ihre erste Tochter war Glenn Prinzessin, die ebenfalls mit EX 94 eingestuft wurde und heute noch in Topform mit über 82'000 kg Lebensleistung im Stall steht. Patrizia erregte das Aufsehen von Swissgenetics. Fantastic Patric und Salomon Passimo kamen in den Prüfeinsatz. Sie wurde gespült mit Fantastic und mit Blooming. Blooming passte: Vier Vollschwestern, alle mit VG 85 und 86, waren das Resultat. Blooming Palma war das letzte Kalb – und eines der besten, wie wir wissen.

Die P-Linie ist aber nicht die einzige, die erfolgreich ist. Rasch lenkt Huser den Blick auf Villstar Roxana. Etwas kleiner und feiner sei sie, diese Linie, top Euter und Fitnesswerte und in der Milch noch stärker als die Patrizias. «Sie war Miss an der Jubiläumsschau, sonst aber oft Zweite», lacht er. Auch sie notiert EX 93 und hat in vier Laktationen schon über 50'000 kg Milch gegeben. Ihre beste Tochter ist Blooming Ronja, in der ersten Laktation mit der Euternote 87.

Linien ohne Blooming

«Ich bevorzuge komplette Stiere mit guten Zuchtwerten. Starbuck und Jongleur funktionierten nicht bei uns.» Nebst Salomon nennt er genomische Stiere wie Toby, Lennox oder Phil. Aktuell sei er auf der Suche nach Linien ohne Blooming-Blut.  Er habe noch nie eine Kuh gekauft, vor 20 Jahren ab und zu ein Kuhkalb, sagt er.

Die Erfolge geben ihm recht: Schon sechsmal hintereinander holte er die Auszeichnung für den höchsten Milchwert in Wattwil. Die Trophäen im Züchterstübli sind eindrücklich. Zarko Zora hatte mit 93 Punkten die jahrgangshöchste Zuchtfamilie. Und die Blooming-Töchter, nicht nur Palma, sollte man im Auge behalten. 

Der Hof Schlatt

Der Betrieb Hof Schlatt von Andrea und Hansueli Huser liegt auf rund 1000 m ü.M. im Obertoggenburg. Er umfasst etwa 40 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche, davon rund 7 ha extensive Ökowiesen sowie 20 ha Wald. Im 2016 erbauten Laufstall stehen rund 40 Braunviehkühe und 50 Stück Jungvieh. Dieses wird im Sommer auf der Alp gesömmert. 24 Kühe verbringen den Sommer auf der eigenen Alp Selun. Rund 330'000 kg Milch werden via Mooh an die Käserei Habegger in Neu St.Johann geliefert. Die Melkarbeit erledigt ein Lely-Roboter. Zum Betrieb gehört ein Forstunternehmen. An zwei Tagen transportiert Hansueli Huser Kälber und Kühe aus der Region in die Markthalle nach Wattwil. ral

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