27.07.2014 06:18
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Siegenthaler
Red Holstein
Zauberhafte Minnifée - Zehn Titel in zwei Jahren gewonnen
Nilson Minnifée von Niklaus Krebs ist momentan wohl die erfolgreichste und schönste Kuh im Kanton Bern. Die Krönung zur Miss BEA 2014 ist für Krebs eine Bestätigung und auch eine sehr grosse Genugtuung.

Als vor zwei Jahren Niklaus Krebs die frisch gekaufte Kuh aus dem Viehtransporter lud, verstand seine Frau Daniela die Welt kaum noch: «Was will er mit dieser Kuh?», fragte sie sich. Da Niklaus Krebs Pech im Stall hatte, wollte er eine durchschnittliche Nutzkuh zu einem normalen Preis kaufen. Im Kopf schwirrte ihm eine Erstmelk-Kuh, welche er im Frühling an der Arc Jurassien Expo in Saignlégier gesehen hatte. Via Redonline fand er seine Minnifée in einem Stall im Berner Oberland wieder. Er machte sich auf den Weg, um sie zu kaufen. Von diesem Moment an entstand eine grosse Beziehung zwischen Minnifée und der Familie Krebs.

Hühnerhaut und Tränen

Aus der Nutzkuh Minnifée wurde eine Schönheit. Bereits im Herbst 2012 wurde sie an der Viehschau zur Miss Burgistein gekürt. Dies war der erste Titel, bis heute folgten neun weitere. Noch heute erinnert sich Niklaus Krebs an die Hühnerhaut und Tränen, als Minnifée an der Swiss Expo 2013 den Titel als Euter-Champion jung gewann. Als sie ein Jahr später an der gleichen Ausstellung mit den Titeln Euter-Champion und Reserve-Champion nachdoppelte, wurde für Krebs bestätigt, dass auch einfache Kühe aus kleineren Betrieben, welche nicht zu horrenden Preisen gehandelt wurden, gewinnen können. Zudem freut ihn, dass er die Kuh alleine auf die Ausstellung vorbereitet und vorgeführt hat: «Ich will die Ausstellung mit der Kuh und nicht mit dem Vorführer gewinnen!»

Mit dem Gewinn des Vize-Miss-Titels am Züchtertreff in Riggisberg war klar, dass Minnifée auch im Kanton Bern konkurrenzfähig ist. Die Krönung zur Miss BEA 2014 war eine weitere Bestätigung. «Minnifée ist eine der wenigen Kühe, die in Lausanne, Bulle und im Kanton Bern gewinnen konnte», sagt Niklaus Krebs stolz.

Familie Krebs ist klar, dass sie so schnell nicht wieder eine solche Kuh im Stall haben wird, umso mehr geniessen sie jeden Titel. «Es ist eine Genugtuung, wenn mal nicht die im Vorfeld gestellten Prognosen auf Titelgewinne eintreffen», gibt Krebs zu. Dass es hierbei Neider gibt, weiss auch er.

Amis waren  interessiert

Auf der Reise in den USA und Kanada, als Niklaus Krebs bei der Auswahl von Stierenmüttern Anfang Juni dabei war, wurde er oft gefragt, warum er seine Starkuh nicht längst verkauft oder zumindest Embryos gespült habe. Für ihn ist klar, dass er die knapp fünfjährige Minnifée behalten wird und Embryos zu einem späteren Zeitpunkt auch noch gespült werden können. Falls sie im November gut in die vierte Laktation startet, wird sie in Bulle und Lausanne wahrscheinlich noch einmal zu sehen sein. «Für mich ist im Moment jährlich ein Kalb wichtiger als Embryos», beantwortete er die Fragen, zudem: «Mit ihr an Ausstellungen zu gehen, macht einfach Spass.» Nicht nur zu Hause sei Minnifée eine problemlose Kuh. «Sie frisst an Ausstellungen ganz normal und bleibt enorm ruhig. Es ist eine sehr grosse Freude, eine Kuh wie Minnifée zu besitzen.»

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