Donnerstag, 26. November 2020
22.09.2020 17:30
Ausbildung

Er ist der beste Hufschmied

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Von: blu

Daniel Oetiker hat an der Berufsmeisterschaft der Hufschmiede die Goldmedaille gewonnen. Der Aargauer sieht in seinem Beruf viel Potenzial. Dies auch dank steigender Tierzahlen.

In mehreren Berufsfeldern werden derzeit die Schweizer Meister erkoren. Wegen der Corona-Pandemie konnten Schweizerischen Berufsmeisterschaften in Bern nicht ausgetragen. Die Verbände organisieren deshalb eigene Anlässe. 

Meisterschaft mit 4 Elementen

So auch der Farriertec, der Fachverband der Hufschmiede. Am Wochenende vom 12. und 13. September wurden im Bildungszentrum Aarberg die Schweizer Meisterschaften ausgetragen. Zum Wettkampf traten 15 Kandidaten an. Die zwei Richter Peter Brülisauer und Hans Meier bewerteten die Arbeiten aller vier Prüfungen. Nebst einem vorderen Falzhufeisen mit spezieller Lochung galt es, in der ersten Prüfung ein kleines Hufeisen aus Aluminium zu schmieden. 

In der zweiten Prüfung ging es um den Beschlag mit einem angefertigten Falzhufeisen. Der Bewertung der Hufvorbereitung und dem Anpassen des Hufeisens wurde hier mit einem Koeffizient 1,5 mehr Gewicht gegeben als der Schmiedearbeit. Die dritte Prüfung unter dem Namen «Eagle Eye» verlangte ein passgenaues Kaltbluthufeisen auf einen Musterhuf. Bei der vierten Prüfung mussten innerhalb 75 Minuten ein Hinterhuf ausgeschnitten und ein Aufrichtzirkel aus zwei Rundeisen geschmiedet werden, um das geschmiedete Falzhufeisen auch aufrichten zu können. 

Übung in der RS geholt

Die Prüfungen am besten gemeistert hat Daniel Oetiker aus Siggenthal Station AG. Vize-Schweizermeister wurde Maxime Bettex aus Les Ponts-de-Martel. Den dritten Rang holte sich Arthur Rosselet aus La Brévine NE.

Oetiker konnte während der Rekrutenschule in Schönbühl bei Bern für die Meisterschaften trainieren. «Das hat sich gelohnt. Die Goldmedaille an den Berufsmeisterschaften bedeutet mir sehr viel», sagt er gegenüber SRF.

Wunschberuf

Der Beruf des Hufschmieds verlangt harte körperliche Arbeit. Für den Aargauer war es immer der Wunschberuf, obwohl er nicht aus einer «Rösseler»-Familie stammt. «Ich reite, seit ich klein bin. Ich habe bei meinen Pferden dem Hufschmied immer geholfen. Ich wusste: Das will ich später erlernen», erklärt der 21-Jährige gegenüber SRF.

Der junge Mann sieht gute Perspektiven für seinen Beruf. Einerseits nimmt der Bestand der Equiden – Pferde, Esel Maultiere und Maulesel – stetig zu. «Die Menschen pflegen ihr Pferde-Hobby, wollen vermehrt mit dem Pferd in die Natur. Dadurch braucht es den Hufschmied nach wie vor», hält er fest. 

Sieht sich als Selbstständiger

Alle sechs bis acht Wochen benötigen gemäss Oetiker die Tiere neue Hufeisen. Für das Beschlagen braucht er pro Pferd rund eine Stunde. Der Ansatz des Hufschmieds beträgt rund 160 bis 200 Franken. 

Wenn man einen guten Job mache, könne man Selbstständiger davon leben, hält er fest. Denn für die Tierhalter lohne es sich, in das Beschlagen zu investieren, um Krankheiten oder Fehlstellungen zu verhindern. Oetiker sieht seine Zukunft als selbständiger Hufschmied. Doch das dauert noch ein wenig. «Ich will zuvor noch viel dazulernen und an verschiedenen Orten arbeiten», sagt er zu SRF.

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