13.03.2019 11:42
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Freiburg
Experte ausgeschlossen
Ein ausgeschlossenes Genossenschaftsmitglied und ein neues Vorstandsmitglied sind die Bilanz der Generalversammlung der Pferdezuchtgenossenschaft Sensebezirk.

Hitzig ging es zu und her bei der 117. Generalversammlung der Pferdezuchtgenossenschaft Sensebezirk (PZG) in Plaffeien FR. Auslöser war Traktandum 8: Ausschluss Mitglied. So stellte der Vorstand den Antrag, das Genossenschaftsmitglied Hugo Piller –welcher schweizweit als Eidgenössischer Experte beim Freibergerpferd tätig ist – aus der PZG auszuschliessen.

Ein Ausschluss erfolgt laut Statuten durch Beschluss der GV in folgenden Fällen: a.) wenn ein Mitglied der Genossenschaft erwiesenermassen Schaden zufügt; b.) wenn ein Mitglied den Statuten und Beschlüssen der GV zuwiderhandelt oder dem Ansehen der Genossenschaft schadet.

«Seit mehreren Jahren wurden verschiedene Vorstandsmitglieder, Präsidenten und Ehrenpräsidenten von dir beschimpft und erniedrigt. Dadurch und durch viele andere Aktionen hast du dem Ansehen der Genossenschaft geschadet», heisst es in einem Schreiben des Vorstandes. Die jüngste Aktion bezüglich der Hengststation (siehe Kasten) habe das Fass zum Überlaufen gebracht.

Hugo Piller sei der Drahtzieher dafür gewesen, dass ein privater Hengst zusätzlich zu den zwei Genossenschaftshengsten auf die ehemalige Hengstation kommt, was einen finanziellen Schaden für die gesamte Genossenschaft zur Folge hat. «Die Unterstellungen sind eine Frechheit und eine Verleumdung meiner Person. Aussagen sind niedergeschrieben, die absolut lächerlich sind», äussert sich Piller schriftlich.

Auf das Schreiben hin habe Hugo Piller den formell nicht korrekten Antrag zur Anpassung der Traktanden gestellt, um den Präsidenten sowie den Geschäftsführer an der GV abzuwählen. Dieser war nicht rechtsgültig und wurde abgelehnt. In einer geheimen Abstimmung wurde Piller mit 42 von 63 Stimmen bei fünf Enthaltungen ausgeschlossen.

Die Pferdezuchtgenossenschaft des Sensebezirks (PZG) hat am 18. Februar ihre neue Hengststation bei Heribert Stritt in St. Ursen FR in Betrieb genommen. Bei der PZG Sensebezirk ist es dem Hengsthalter untersagt, nebst den beiden Bundeshengsten private Hengste auf dem Betrieb zu haben. «Der Einsatz eines privaten Hengstes in einer Hengststation der Genossenschaft ist nicht erlaubt», sagte Präsident Reto Rietmann im vergangenen Februar. «Die beiden, von der Genossenschaft organisierten Bundeshengste werden sonst durch den privaten Hengst konkurrenziert, und das schadet der ganzen Zuchtgenossenschaft», betonte Rietmann.

Jedes Jahr im November muss die Genossenschaft entscheiden, ob sie einen Hengstwechsel vornehmen will oder mit den gleichen Hengsten die Decksaison absolvieren wollen. Der Vorstand entschied für die Decksaison 2019 keine Änderung vorzunehmen. Die Reaktion des ehemaligen Hengsthalters über diesen Entscheid war durchwegs positiv. Umso mehr war der Vorstand über dessen Vorgehen überrascht. Es sind die spezifischen Ergänzungen des Pflichtenheftes, welche den Vorstand der PZG dazu gezwungen haben, sich innerhalb kurzer Zeit nach einer neuen Hengststation umzusehen. «Der ehemalige Hengsthalter hat sich nicht an die Vereinbarung gehalten, deshalb waren wir gezwungen, eine neue Lösung für unsere Hengststation zu suchen», erklärte Rietmann im Februar.  


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