18.07.2017 18:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Waadt
Feuerinferno: 24 Pferde sterben
Im Broyebezirk und in der Region Vully hat es in der Nacht auf Samstag nicht weniger als sieben Mal gebrannt. Davon betroffen waren auch die Stallungen des privaten Institut Equestre National Avenches (Iena). 22 Tiere starben in den Flammen, zwei weitere mussten im Tierspital eingeschläfert werden. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen, die Polizei geht nach wie vor von Brandstiftung aus.

Ein erster Brand brach kurz nach Mitternacht auf zwei Feldern in St. Aubin und Domdidier im Kanton Freiburg aus, wie ein Sprecher der Waadtländer Kantonspolizei sagte. Die Feuerwehrleute hätten sodann Flammen beim angrenzenden Nationalgestüt bemerkt.  Das Schweizer Natinalgestüt selber war aber nicht betroffen, sondern das private Institut Equestre National Avenches (Iena).

11 Kinderponys verbrannt

Genauer ein Pferdestall, eine Scheune und ein angrenzendes Wohnhaus. Währenddem sich die Familie mit ihren Kindern  in letzter Minute aus dem Wohnhaus retten konnte und unverletzt blieb, verbannten 22 der insgesamt 25 eingestallten Pferde und Ponys, zwei weitere mussten später  im Tierspital Bern eingeschläfert werden.

Unter den toten Tieren befanden sich elf Ponys aus  der Ponytrabschule der Iena, in der Kinder und Jugendliche an den Trabrennsport herangeführt und ausgebildet werden.

Ponytrabschule wieder aufbauen

Die Ponytrabschule hat somit fast ihren ganzen Tierbestand verloren. Von den einst 15 Ponys überlebten nur vier. Sie waren zum Zeitpunkt des Brandes auf der Weide. Mit den Ponys ist auch der gesamte Material der Schule verbrannt.

«Der wichtigste Punkt ist jetzt, dass wir die Ponytrabschule wieder aufbauen, damit die rund 50 Kinder, die regelmässig in die Ponyschule kamen,  so schnell wie möglich wieder mit ihren Ponys arbeiten und ihre Freizeit  verbringen können», sagt  Jean-Pierre Kratzer, Präsident der Iena.

Eltern wollen Spendenkonto

Die Solidarität sei riesig, viele würden die Iena bei ihrem Vorhaben unterstützen wollen und einen Beitrag an die neuen Ponys und das Material leisten wollen.

"Wir haben uns dazu entschlossen ein Spendenkonto zum Wiederaufbau der Ponytrabschule einzurichten", erklärt Kratzer. Engagierte Eltern der jungen Schüler würden das Konto verwalten und Budget führen.

Pferde liefen im Sport

Bei den anderen getöteten Tieren handelt es sich um dreizehn Trabpferde, die alle in letzter Zeit im Sport liefen. Darunter der berühmte Chopin du Martza. Der Ganymè­de-Sohn hatte das Crité­r­ium der Zweijährigen, das der Dreijährigen und das der Vierjährigen gewonnen. 

Daneben kammen auch talendierte Nachwuchspferde wie Evora du Martza, Utello d’Auge, Dealer d’Occagnes, der am Freitaggabend erst von einem Rennen, bei dem er als fünfter vom Platz ging, nach Hause kam, während dem Brand ums Leben.

War es Brandstiftung?

Die Polizei geht zurzeit von Brandstiftung aus.  Innert einer Stunde kam es  in der verhängnisvollen Nacht noch zu weiteren Bränden in unmittelbarer Nähe.  In Villars-le-Grand (VD) brannte landwirtschaftliches Gerät, in Salavaux (VD) und Avenches Strohballen.

Ermittlungen führten laut Polizeiangaben zu insgesamt sieben Brandherden. Feuerwehren aus mehreren Gemeinden waren aufgeboten worden. Auch Ambulanzteams und zwei Tierärzte standen im Einsatz.

«Wir sind stärker»

«Zur Zeit gibt es keine neuen Erkenntnisse. Die Kantonspolizei untersucht den Fall», so Kratzer. Inzwischen geht der Betrieb in der Iena weiter, gestern Abend fanden die ersten Trabrennen nach der Tragödie statt.

«Das Leben geht weiter. Der Terror des Wochenendes ist schrecklich, aber wir sind stärker», betonte Kratzer auf Anfrage.

 

Wer ist IENA?

Das private Institut Equestre National Avenches (Iena) liegt in direkter Nachbarschaft zum Schweizer Nationalgestüt Avenches. Es wurde im Zuge von dessen Teilprivatisierung gegründet und nahm 1999 seine Aktivitäten auf.

Es führt jährlich rund 30 Reitsport-Veranstaltungen aller Disziplinen durch. Ein Teil der Stallungen, genauer 200 Boxen, vermietet es an Amateur- und professionelle Reiter mit ihren Pferden, die auf der Reitanlage mit Rennbahn, Halle, Reitplätzen und Militaryplatz trainieren.

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