1.04.2018 20:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Clara Ackermann
Pferde
Pferde für viele keine Nutztiere
Im 2016 lebten in der Schweiz über 105'000 Equiden. Währenddem der Anteil an Pferden relativ stabil geblieben ist, gibt es immer mehr andere Equiden. Zudem werden sie vermehrt als Heimtiere eingetragen.

Die Schweizer Equidenpopulation (Pferde, Ponys und Esel) ändert sich fortwährend. Durch Importe und Geburten nimmt sie zu, durch Exporte und Abgänge nimmt sie ab.

Das Schweizer Nationalgestüt (SNG) aktualisiert in regelmässigen Abständen die Kennzahlen der Pferdebranche in der Schweiz und veröffentlicht diese in einem Rapport. 

Wachstum relativ stabil

Ende 2016 zählte das Bundesamt für Statistik (BFS) auf 18739 Betrieben insgesamt 105058 Equiden (Pferde, Ponys und Kleinpferde, Esel, Maultiere und Maulesel).

Verglichen mit dem starken Wachstum der Equidenpopulation von 4 % pro Jahr zwischen 2002 und 2012 ist sie mit einer Wachstumsrate von 0,4 % pro Jahr im Zeitraum 2012 bis 2016 relativ stabil geblieben. 

Fast alle sind kastriert

Interessanterweise kann beobachtet werden, dass der Anteil der Pferde an der gesamten Equidenpopulation tendenziell eher stabil bleibt, wohingegen die Kategorie «Andere Equiden» weiterhin stark zunimmt, ihr Anteil ist in den letzten fünf Jahren von 27 % auf 29 % angestiegen.

Der Schweizer Equidenbestand setzt sich aus 51,4% weiblichen und 48,6% männlichen Tieren zusammen. Fast 90 % der männlichen Tiere sind kastriert (Wallache). 

Pferde werden älter

Das Durchschnittsalter der Schweizer Pferdepopulation wurde für 2016 auf 12,6 Jahre geschätzt, im Vergleich dazu lag es im Jahr 2012 bei 10,6 Jahren. Dies entspricht einer Alterszunahme von 18 %. Seit 2002 sind die Geburtenzahlen zurückgegangen, und das Durchschnittsalter ist angestiegen, die Schweizer Pferdepopulation wird also immer älter. 

Die in der Schweiz lebenden Equiden gehören insgesamt rund 180 verschiedenen Rassen an. Der grösste Teil der Schweizer Equiden sind Warmblüter (40 % der Gesamtpopulation). Bei den Warmblütern gibt es rund 13000 (31 %) Schweizer Tiere. Auch die Freiberger machen, mit rund 22000 bzw. rund 17 %, einen grossen Anteil der Schweizer Equidenpopulation aus. 

Heimtierstatus steigt

Im Jahr 2016 waren gemäss TVD-Datenbank 58 % der Tiere als Nutztiere und 42 % als Heimtiere deklariert, im Vergleich dazu lagen die Anteile 2012 bei 62 % bzw. 38 %. 

Nicht zuletzt ist diese Verschiebung zu Gunsten des Status Heimtier darauf zurückzuführen, dass sich die Haltung des Menschen gegenüber dem Tier in den letzten Jahren stark geändert hat. Die Tiere haben immer häufiger den Stellenwert eines Partners in der Beziehung Mensch – Equide und gelten  nicht mehr als Nutztiere. 

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