18.05.2019 19:00
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Pferdehaltung
Pferdehaltung verbessern
Das Weihenstephaner Bewertungssystem soll eine einheitliche Bewertungsgrundlage für die Pferdehaltung schaffen. Damit soll der Tierschutz in Pferdeställen verbessert werden. Mit Video.

Anlässlich der Pferdefachtagung an der BEA Pferd in Bern wurde einem Schweizer Fachpublikum zum ersten Mal das Weihenstephaner Bewertungssystem  aus Deutschland präsentiert. «Es dient dazu, die Tiergerechtheit von Pferdehaltungen einschliesslich der Umweltwirkungen zu beurteilen und zwar anhand wissenschaftlicher, objektiver Indikatoren», so Margit Zeitler-Feicht, Projektleiterin an der Technischen Universität München-Weihenstephan (D). 

Zurzeit arbeite man mit 250 verschiedenen Indikatoren (Messgrössen) wie zum Beispiel permanenter Sichtkontakt zu Artgenossen und aggressive Verhaltensweisen. «Wir sind aber daran, die Anzahl der Indikatoren noch einmal zu überarbeiten», so Zeitler-Feicht. «Das Endziel ist eine Verbesserung des Tierschutzes in der Pferdehaltung über Beratung und Wettbewerb», erklärt die Projektleiterin.

Die Bandbreite der Zielgruppe sei recht gross. Primär wird das Bewertungssystem für öffentliche und private Beratungsstellen konzipiert. «Aber auch Verbände sind daran interessiert», fährt Zeitler-Feicht fort, «Tierärzte können es als Stall- und Gesundheitscheck einsetzen, und auch für Versicherungen zur Risokoabschätzung und für die Industrie ist das Bewertungssystem von grossem Interesse.»

Zur Nutzung des Bewertungssystemes braucht es eine Schulung. Wenn man die Lizenz für das Bewertungssystem erwirbt, ist diese Schulung inkludiert. Das Weihenstephaner Bewertungssystem wird in Form eines Beratungstools auf den Markt kommen, mit dem Ziel, eine Schwachstellenanalyse durchzuführen, die gleichzeitig Optimierungsvorschläge anbietet.  «Wir planen, das Bewertungstool  bis spätestens Mitte 2020 auf den deutschen Markt zu bringen», so Zeitler-Feicht.

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