17.03.2018 18:30
Quelle: schweizerbauer.ch - khe
Pferde
Startup digitalisiert Pferdemedizin
Das Zürcher Start-up Piavita will in den nächsten Jahren ein innovatives veterinärmedizinisches Diagnosegerät auf den Markt bringen und so die Behandlung von Pferden revolutionieren.

Tierärzte arbeiten heute, auch an Tierspitälern, noch oft mit Klemmbrett, Stethoskop und Thermometern, heisst es in einem Artikel der «Neue Zürcher Zeitung». Nun sei das Startup-Unternehmen Piavita angetreten, um diesen Technologierückstand zu verkleinern.

Präzises Messgerät


Das Team von CEO und Co-Gründerin Dorina Thiess und ihrem Mitgründer Sascha Bührle haben ein faustgrosses Messgerät für Rösser entwickelt, das wichtige Körperdaten erheben kann. Mit diesem Piavita Vet System soll es erstmals möglich sein, innerhalb von wenigen Sekunden und ohne Vorbereitung, weder rasieren noch verkabeln, höchst präzise medizinische Daten zum Gesundheitszustand von Pferden zu messen, analysieren und von überall einzusehen, verkündet das Jungunternehmen auf seiner Webseite.

Aufgezeichnet würden Kernkörpertemperatur, Elektrokardiogramme, Puls, Atemrhythmus und Körperbewegung. Das Tier trägt dabei ein sogenanntes Gstältli auf dem Fell. Tierärzten ist es möglich, die Vitaldaten mittels einer App aus der Ferne und über eine lange Zeit zu überwachen. Somit würden sich die Veterinäre lange Fahrten zu ihren tierischen Patienten ersparen, schreibt die «NZZ». Die Software soll die Daten interpretieren können und den Tierarzt bereits auf mögliche Krankheitsbilder hinweisen.

Geld und Energie einsparen

Die Gründer sind überzeugt von den Vorteilen der automatisierten Messung. Das Tier wisse nicht, was der Arzt mit ihm vorhat. Es gerate bei einer Untersuchung leicht in Stress, was die Körperwerte verändere. «Ein Fluchttier wie das Pferd versucht sogar zu verstecken, dass es ihm schlecht geht» so Thiess gegenüber der «NZZ». Zudem würden Piketeinsätze, lang Anreisezeiten und Nachtwachen an die Substanz der Pferdetierärzte gehen und dem Besitzer hohe Kosten verursachen.

Einstieg in den Weltmarkt

Auch die Investoren scheinen keine Zweifel zu haben, dass es Piavata braucht. Im Sommer glückte die erste Finanzierungsrunde mit der Zürcher Kantonalbank als Hauptinvestorin. Zudem erhielt das Jungunternehmen den Zuschlag für ein KTI-Forschungsprojekt, welches das Startup mit dem Zürcher Tierspital durchführt. Die Verkäufe im deutschsprachigen Raum seien seither erfolgreich angelaufen, erklärt die «NZZ». Der US-Wagniskapitalgeber True Ventures stieg mit 5,5 Millionen USD (5.23 Mio. Schweizer Franken) in das Projekt ein. Ende 2018 plant Piavita den Einstieg in den europäischen und den US-Markt.  


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