16.08.2017 11:41
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Marché Concours
Tessiner erobern die Herzen
Der traditionelle Marché-Concours in Saignelégier kam letztes Wochenende in den Farben Blau-Rot daher. Der Kanton Tessin war als Ehrengast geladen und liess die 40000 Besucher in seine Kultur und Pferdezucht eintauchen. Mit Videos und Bildergalerie

Ein fröhliches «Ciao!» hier, ein herzliches «Ciao!» dort. Das sonnige Gemüt der Tessiner Gäste am Marché-Concours war deutlich spürbar, und für einmal mischten sich unter das französisch-deutsche Stimmengewirr auch temperamentvolle italienische Sprachfetzen. 

Über 600 Tessiner

Nicht verwunderlich, über 600 Tessiner präsentierten ihren Kanton am Folkloreumzug am Sonntagnachmittag. Das Tessin trat unter dem Motto «Il Ticino per tutti i gusti» (Das Tessin für jeden Geschmack) in rund 70 Formationen auf.      

Neben dem Tessin hatten auch die Pferdezuchtgenossenschaft Bellelay und die weit angereiste Garde républicaine aus Paris einen festen Platz im Schauprogramm und überzeugten durch sattelfeste Schaueinlagen. Bei der 114. Ausgabe des dreitägigen Marché-Concours nahmen rund 40'000 Besucher teil. 

Erste Miss erkoren

Zum ersten Mal wurden an den Zuchtschauen nicht nur die schönsten Pferde erkoren, sondern es gab zudem eine Misswahl. Der Titel «Miss Semaine du cheval» war zu vergeben, und 19 Kandidatinnen nahmen an der Wahl teil. Bewertet wurde der Auftritt hoch zu Pferd und danach im Abendkleid. 

Strahlende Siegerin und erste Miss Semaine du cheval wurde die Freiburgerin Tanja Spring aus Jeuss. Ob es nächstes Jahr eine zweite Durchführung der Misswahl gibt, ist noch offen, beim Publikum schien sie auf jeden Fall auf Interesse zu stossen, rund 800 Schaulustige waren bei der Wahl dabei.    

Bühne für Politik

Aussser den Pferden bietet das Pferdefest jedes Jahr auch regionalen und ausserkantonalen Politikern eine Bühne. Offiziell wurde der Südkanton durch den Regierungspräsidenten Manuele Bertoli, SP, sowie die beiden Regierungsräte Norman Gobbi, SVP, und Christian Vitta, FDP, vertreten.

Auf der Tribüne nahm neben der Kantonsregierung der von der FDP für den Bundesrat nominierte Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis Platz.

Bundesrat zu Besuch

Pierre Maudet, FDP, Regierungsrat aus Genf und auch für den Bundesrat nominiert, liess sich die Teilnahme am Pferdefest ebenfalls nicht nehmen. Cassis erklärte, seine Anwesenheit stehe im Zusammenhang mit dem Tessin als Ehrengast.

Maudet sagte, er sei wie andere Regierungsräte als Vertreter seines Kantons gekommen. Bundesrat Johann Schneider-Ammann und die jurassische Regierungspräsidentin Nathalie Barthoulot, SP, wurden in einer Kutsche des Nationalgestüts Avenches VD an den Anlass chauffiert.

Sorge wegen Import

Vom Marché-Concours-Präsidenten Gérard Queloz kriegte Schneider-Ammann zu hören, die Züchter der Freiberger Pferde hätten heute die gleichen Sorgen wie beim ersten Pferdefest 1897: die Konkurrenz aus dem Ausland.

Der Bundesrat sagte, es gelte Handelshemmnisse zu vermeiden, und ging nicht weiter auf die Worte und Sorgen von Queloz ein. Ein Postulat zu der Frage ist hängig. Ständerätin Anne Seydoux-Christe (CVP/JU) verlangt darin, alle WTO-kompatiblen Massnahmen zur Einschränkung der Pferdeimporte zu prüfen.

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