Mittwoch, 27. Januar 2021
27.11.2020 09:09
Finnland

Finnland will Wolfsbestand regulieren

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Von: AgE

Das Landwirtschaftsministerium in Helsinki hat dazu eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Nationalen Instituts für Natürliche Ressourcen (LUKE) mit der Bestimmung des aktuellen Bestandes und der Definition eines günstigen Erhaltungszustands für den Wolf beauftragt.

Wenn diese planmässig im kommenden Jahr ihre Analyse abgeschlossen und einen günstigen Erhaltungszustand für die Tierart bestätigt hat, sind nach Einschätzung von Landwirtschaftsminister Jari Leppä die rechtlichen Voraussetzungen für die Regulierung des Wolfbestandes erfüllt. Im Winter 21/22 könne dann unter Beachtung der rechtlichen Auflagen mit der «Bestandsjagd» der Wolfspopulation begonnen werden.

Nicht mehr als 25 Rudel

Das finnische Modell des Wolfsmanagement sieht ausdrücklich auch die Regulierung vor. In der Vergangenheit stiessen derartige Versuche aber oft auf erbitterten Widerstand von Tierschützern oder wurden gerichtlich untersagt. Nach Auffassung von Fachleuten sollte ein «gesunder» Wolfsbestand in Finnland etwa 25 Rudel umfassen.

Zum Vergleich: In Deutschland, das nur rund 20’000 km2 grösser ist als Finnland, dafür aber deutlich dichter besiedelt, wird der aktuelle Bestand vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit 128 Wolfsrudeln, 35 Paaren sowie zehn Einzelgängern angegeben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) schätzt die gesamte Population auf rund 1 800 Tiere und geht davon aus, dass der Bestand jedes Jahr um 30 % wächst. In der Schweiz gibt es 10 oder 11 Rudel.

Bauernverband drängt zur Eile

In Schweden wird der Wolfsbestand bereits reguliert. Dort leben nach Erhebungen der zuständigen Behörden insgesamt 365 Wölfe. Als günstiger Erhaltungszustand werden 300 Einzeltiere und 30 Rudel angesehen, so dass nun wieder Lizenzen für die Bejagung der «überschüssigen» Tiere erteilt werden.

Unterdessen drängt der finnische Bauernverband (MTK) zur Eile. Nach Einschätzung des Vorsitzenden des MTK-Netzwerks der finnischen Schafhalter, Tapio Rintala, sollten die Bedingungen der «Bestandsjagd» schon jetzt und nicht erst nach Abschluss der Analyse der Arbeitsgruppe geklärt werden.

Er empfiehlt zudem den Abschuss von Einzeltieren im Gegensatz zur Tötung ganzer Rudel. Dies wäre gesellschaftlich leichter zu vermitteln und würde die Scheu der Rudelmitglieder erhöhen, erläuterte Rintala. 

4 Responses

  1. Das ist wirklich ein Unding, einzelne Tiere aus einer Familiengruppe zu töten. Dabei sind Wölfe äußerst soziale Tiere, die jeweils eine Rolle in der Familie spielen. Es ist nachgewiesen, dass Wölfe im Gegensatz zu vielen anderen Tieren um getöteten Familienmitglieder trauern. Außerdem bringt es nichts, wenn eine Familiengruppe auseinander gerissen wird und die einzelnen Wölfe allein überleben müssen -es kann sogar zu vermehrten Angriffe auf Kleinvieh führen.

    1. Genau . Es ist sehr traurig . Es sind oft die Rudel Führer die getötet werden und die Jungtiere haben keine Möglichkeit von den älteren zu lernen .Sie schleichen sich dann an die Häuser um dort Futter zu erhaschen.und dann wird der Abschuss angeordnet

    2. Es ist halt schwer, das ganze Rudel zu erlegen. Selbst wenn das Leittier erlegt werden sollte, würde das allerdings nur dazu führen, dass die Rangordnung neu festgelegt wird. Das passiert in Wolfsrudeln ohnehin.

  2. Das Finnland die Anzahl Wölfe reguliert ist vorbildlich, weil sie schützen damit ihre eigene Weidewirtschaft und die Bevölkerung. Der günstigste Erhaltungszustand ist auch in vielen anderen Regionen erreicht und wird von immer mehr vernünftigen Staaten offiziell erklärt, wann ist die Schweiz dran? Viele Betroffene in Regionen hoffen bald, um nicht noch mehr friedliche Haus- und Weidetiere wegen reissenden Grossraubtieren zu verlieren – im Siedlungsgebiet hat es keinen Platz für Wölfe.

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