25.03.2017 19:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Schafe
Sanierung wird aufgegleist
Das BLV hat mit den Vorbereitungen für eine schweizweite Moderhinke-Sanierung der Schafbestände begonnen.

Die Moderhinke der Schafe  ist seit Jahrhunderten bekannt. Die für die Tiere  schmerzhafte Klauenerkrankung kommt praktisch überall vor. Das  Parlament hat den Bundesrat beauftragt, ein Konzept vorzulegen, um die Moderhinke schweizweit zu bekämpfen.

Dies soll den Schafhaltern die   Einbussen und die Behandlungskosten und den Tieren das Leiden ersparen. Unter Leitung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) haben nun die Vorbereitungen begonnen.

Impfung tötet Bakterien nicht ab

Ist die Moderhinke einmal im Bestand, dann hilft nur noch eine aufwendige  Sanierung der  Herde. Das Behandeln einzelner Tiere ist nicht nachhaltig: Der Erreger kann über lange Zeit hinweg in scheinbar gesunden Tieren zirkulieren.

Wenn Schafe unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen, kann er sich rasch weiterverbreiten. Die Impfung gegen die Moderhinke schützt zwar vorübergehend, tötet aber die Bakterien nicht ab. Sobald die Wirkung der Impfung nachlässt, kann die Krankheit wieder ausbrechen. Zudem können auch geimpfte Tiere die Moderhinke in andere Herden verschleppen.

Mit einem national koordinierten Vorgehen wäre es möglich, mittelfristig den Erreger aus möglichst allen Schafherden in der Schweiz zu tilgen, sodass die Gefahr des Wiedereinschleppens der Krankheit in gesunde Herden verhindert wird. Dazu wird auch die Einschränkung des Tierverkehrs für Tiere aus nicht sanierten Herden dazugehören. Nur Tiere gesunder Herden werden weiterhin frei gemeinsam sömmern und an Ausstellungen oder Schafmärkten teilnehmen können

Verursacht wird die Moderhinke durch ein Bakterium namens Dichelobacter nodosus. Das Bakterium dringt im Zwischenklauenbereich in die Haut ein, bahnt sich einen Weg unter das Klauenhorn und verursacht typische Veränderungen wie eitrig-schmierige, grauweisse Entzündungen mit faulig-süsslichem Geruch. In  schweren, unbehandelten Fällen kann sogar das Ausschuhen der Klauen auftreten. Dichelobacter nodosus ist ein anaerober Keim. Deshalb kann er ausserhalb der Klauen nur kurze Zeit überleben. Auf Weiden oder in der Einstreu sind dies höchstens zwei bis vier Wochen, in abgeschnittenem Klauenmaterial können daraus jedoch Monate werden. sum

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