Samstag, 12. Juni 2021
21.12.2020 06:01
Betriebsführung

10 Franken pro TVD-Loch

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Von: sum

Nicht korrekt nachgeführte Tiergeschichten bei Schafen und Ziegen haben ab 2021 finanzielle Abzüge zur Folge. Der Verwaltungsrat von Proviande verabschiedete nun eine Branchenlösung.

Um eine lückenlose Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten, müssen alle Bewegungen eines Tieres von der Geburt bis zur Schlachtung an die Tierverkehrsdatenbank (TVD) gemeldet werden. Seit Anfang 2020 gilt auch für Schaf- und Ziegenhalter die Registrierungspflicht für ihre Tiere.

Als Motivation für korrekte Meldungen werden den Haltern und dem Schlachtbetrieb Beiträge ausbezahlt. Der Produzent erhält 4.50 Franken für die Geburtsmeldung und der Schlachtbetrieb für jedes geschlachtete Tier 4.50 Franken Entsorgungsbeitrag, sofern die Tiergeschichte lückenlos und korrekt ist.

Proviande-Lösung

Im Einführungsjahr 2020 blieben fehlerhafte Tiergeschichten noch ohne finanzielle Konsequenzen. Ab 1. Januar 2021 werden jedoch für die Auszahlung der Entsorgungsbeiträge an die Schlachtbetriebe vollständige und korrekte Tiergeschichten vorausgesetzt  (der «Schweizer Bauer» berichtete). 

Unter der Leitung von Proviande haben sich Produzenten (Schafzuchtverband, Schafe Schweiz, Berufsschäfer, Ziegenzuchtverband), Handel und Verwerter im Sinne einer Branchenlösung darauf geeinigt, dass den Lieferanten bei fehlerhafter Tiergeschichte sowohl bei Tieren der Schaf- als auch der Ziegengattung ein Abzug in der Höhe von 10 Franken belastet wird.

Verursacherprinzip

Es lohnt sich somit, insbesondere bei Standortwechseln die Tiergeschichten im Auge zu behalten und allfällige Fehler vor der Schlachtung zu beheben. Grundsätzlich gilt das Verursacherprinzip, weshalb in Zukunft die Tiergeschichten auch auf den öffentlich überwachten Schafmärkten auf Vollständigkeit und Korrektheit überprüft werden. sum

Jetzt handeln

Ende Oktober waren in der Tierverkehrsdatenbank (TVD) 386 749 lebende Schafe und 97597 lebende Ziegen registriert – von 8507 Schaf- und 5625 Ziegenhaltern und 1726 Bauern, die beide Tierarten halten. Bei 352 724 Schafen und 84 383 Ziegen war die Tiergeschichte in Ordnung. Doch galten 22 827 Schafe, also 6 Prozent, und 9054 Ziegen oder gar 9 Prozent, als verschollen. Es war weder ein Abgang noch ein Aufenthaltsort bekannt. Neben den verschollenen Tieren hatten 10 019 Schafe und 3946 Ziegen eine fehlerhafte Tiergeschichte.

Bei 1179 Schafen und 214 Ziegen war die Tiergeschichte am 31. Oktober nur provisorisch o.k. – sie wurden etwa ab, aber am neuen Ort noch nicht angemeldet. Um die Abzüge ab Januar zu vermeiden, müssen die Tiergeschichten jetzt kontrolliert werden. Sind sie korrekt bei den eigenen Tieren? Sind sie vollständig bei den zugekauften Tieren? Jeder Halter ist verantwortlich, dass der Zugang und der Abgang in der TVD korrekt erfasst wird. So lassen sich langwierige administrative Abklärungen im Nachhinein und entsprechende finanzielle Abzüge vermeiden. sum

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One Response

  1. Wenn einen Tierhalter ein Fehler macht, wird er sofort zur Kasse gebeten. Teilt die TVD ein Camargue- Pferd nicht in die richtige Kategorie ein, dann ist das nicht einmal eine Entschuldigung wert. Der TVD-Auszug für die NSB ist demzufolge auch falsch. Die Moral von der Geschichte: Bürolisten können sich alles erlauben und bleiben schadlos. H.U. Aeppli

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