9.08.2015 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Alpenlämmer
Alplämmer sind weiterhin gefragt
5000 Lämmer werden zur Zeit auf den Alpen «gemästet» und landen dann Ende August als «Alplämmer» in den Verkaufsregalen. Die Haltung ist einfach, das Erreichen des Zielgewichtes eine Herausforderung.

«Die  Anforderungen zur Haltung von Alplämmern sind analog zu den Labelanforderungen IP-Suisse», so Fritz Rothen, Geschäftsführer der IP-Suisse. Die Mindesthaltedauer der Lämmer auf der Alp beträgt 56 Tage. Dies wird mit der Datenbank SheepOnline durch den Schlachthof überprüft. 

Als Herausforderung sieht Reto Julier, Präsident der Alpgenossenschaft Gemmi und Landwirt aus Varen VS, vielmehr das Bestimmen der geeigneten Tiere als Alplämmer.

Geeignete Tiere alpen

«Es ist schwer, schon im Frühling die richtigen Lämmer zu finden, die sich bis im Herbst auf das optimale Schlachtgewicht mästen lassen», sagt Julier. Die Lämmer, welche zu den vorgegebenen Schlachtterminen ihr Mindestgewicht von 16 Kilogramm SG nicht erreicht haben, können nicht als Alplämmer verkauft werden, sondern gehen in den normalen Kanal der IP-Suisse-Lämmer. 

Julier produziert in diesem Jahr rund 80 bis 90 Alplämmer. Seine zukünftigen Alplämmer kommen jeweils zwischen Februar und März auf die Welt und verbringen ihre Zeit ab Mitte Juli auf der Alp Gemmi.

Neu werden die Lämmer schon nach  der Geburt mit einer elektronischen Labelohrmarke gekennzeichnet und der Datenbank SheepOnline gemeldet (analog der TVD für Rinder). Wenn die Tiere auf die Alp gehen, wird der Standortwechsel ebenfalls der Datenbank gemeldet.

Ohrenmarke kritisiert

«Das Markieren der Lämmer mit der elektronischen Ohrenmarke führt bei den Schafhaltern zur Kritik», so Julier.  Der Nutzen der Labelohrenmarke sei bisher noch nicht richtig kommuniziert worden.

Die Mehrkosten einer elektronischen IP-Suisse Ohrmarke betragen rund  2 Franken. «Insbesondere für Schafhaltermit grösseren Herden erleichtert die elektronische Ohrmarke aber das Handling  deutlich», meint Rothen.

Fleisch  besser vermarkten

Die Labelprämie für normale IP-Suisse-Lämmer beträgt 70 Rappen pro kg SG. Die Lämmer, die unter dem Label Alplamm vermarktet werden können, bringen Julier und den rund 40 weiteren Alplammproduzenten eine  Labelprämie von  Fr. 0.90 bis Fr. 1.10 pro kg SG. 

«Für mich lohnt sich das Geschäft mit den Alplämmern», so Julier. Das Label sei ein wichtiges Instrument für die Vermarktung. In der Schafhaltung müsse man im Allgemeinen noch viel mehr für die Vermarktung tun. «Man muss den Leuten das Schaffleisch schmackhaft machen», erklärt Julier.

Der Landwirt bewirtschaftet gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder einen 60-ha-Betrieb in der Bergzone 3 und arbeitet zusätzlich als Schreiner. Auf seinem Betrieb werden 15 Eringer, 45 Mutterkühe und 200 Schafe gehalten. Der Hauptstamm sei das Weisse Alpenschaf, er mache aber immer wieder Einkreuzungen mit Fleischrassen. «Solange die Möglichkeit besteht, möchte ich weiterhin Alplämmer produzieren», erklärt Julier. Die Chancen stehen gut.

600 zusätzliche Lämmer

Im letzten Jahr seien rund 5000 Alplämmer vermarktet worden, so Rothen. «Für das nächste Jahr suchen wir noch 500 bis 600 zusätzliche Alplämmer», so der IP-Suisse-Geschäftsführer. In Zukunft werden wohl auf der Alp Gemmi weiterhin rund 80 Alplämmer des Betriebs Julier ihre Mastzeit verbringen.

Die Gemmi gehört mit ihren insgesamt 800 Schafen von neun Besitzern zu den grösseren Schafalpen der Schweiz. Ob seine Alpgenossen auch noch auf den Zug Alplamm aufspringen werden, weiss Julier nicht.

Labelohrenmarke

Das Einsetzen einer elektronischen Labelohrmarke ist für die IP-Suisse-Lämmer-Produzenten spätestens ab 1.1.2016 Pflicht. Alplämmer müssen zwingend eine elektronische Labelohrmarke haben. Deshalb wurden im Übergangsjahr 2015 einzelne Tiere nachmarkiert. Diese Tiere mussten über SheepOnline nachgemeldet werden, da deren Geburt noch nicht registriert war.

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