Dienstag, 27. Juli 2021
25.01.2018 13:03
Verbände

Aufstand im Schafzuchtverband

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Von: Susanne Meier

Eine Gruppe Schafhalter will eine neue Produzenten- und Branchenorganisation «Schafe Schweiz» gründen. Fast gleichzeitig fordern drei Vorstandsmitglieder des Schafzuchtverbandes die Abwahl des Präsidenten.

Unter den Mitgliedern des Schweizerischen Schafzuchtverbandes (SSZV) brodelt es. Am Samstag lud eine Gruppe Schafhalter zu einer Diskussionsversammlung. Ihr Ziel: Die Bildung einer Produzenten- und Branchenorganisation «Schafe Schweiz» mit dem Ziel, bestehende Verbände, Schafzucht- und Schafhalterorganisationen und deren Mitglieder zu stärken.

Absetzung gefordert

Als Herausforderungen genannt werden Themen wie die Einzeltierregistrierung beim Schaf, die geplante Moderhinkebekämpfung, die Ausbreitung der Grossraubtiere sowie die Agrarpolitik. Der SSZV wurde laut Auskunft von Präsident Alwin Meichtry offiziell nicht eingeladen, er war aber anwesend.

Beat Würsch, Schafhalter aus Emmetten NW, ist im Vorstand des SSZV. Und er ist Mitunterzeichner eines Rundschreibens an die Schafhalter, das dem «Schweizer Bauer» zugestellt wurde. Darin fordern die drei SSZV-Vorstandsmitglieder Beat Würsch, Ambros Zurfluh und Werner Wicki die Absetzung von SSZV-Präsident Meichtry. Sie begründen dies damit, dass sich das Klima im Vorstand seit dem Amtsantritt des Präsidenten kontinuierlich verschlechtert habe. «Mittlerweile ist eine konstruktive Zusammenarbeit fast nicht mehr möglich, weil das Vertrauen im Vorstand zerschlagen ist.»

SSZV-Vizepräsiden will an Präsi festhalten

Mitunterzeichner ist Ruedi Anken. Er ist Ende Mai 2017 aus dem Vorstand ausgetreten, «weil der interne Umgang miteinander und Schimpfwörter nicht tolerierbar sind». Würsch, Zurfluh und Wicki wollen auf die Generalversammlung, die am 24. Februar stattfindet, ausserterminlich austreten. Alle drei betonen aber, dass sie ihr Mandat weiterführen, wenn Meichtry abgewählt werde.

Von einer Abwahl nichts wissen wollen SSZV-Vizepräsident Thomas Eugster und die übrigen sieben Vorstandsmitglieder. Sie distanzieren sich in einem Antwortbrief auf das Rundschreiben von Zurfluh, Würsch, Anken und Wicki, der an alle Mitglieder des SSZV ging, von den Vorwüfen an Meichtry: «Die Geschäfte des SSZV haben seit 2015, als Alwin Meichtry als Präsident die Verantwortung für den Verband übernommen hat, eine dringend notwendige Erneuerung und damit eine beachtliche Qualitätssteigerung erfahren.»

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