2.03.2014 17:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Christian Zufferey
Wallis
Bauern bangen um ihre Schafe
Der Wolf bereitet den Schafzüchtern Sorge. Grossräte riefen dazu auf, den Druck auf die Bundesräte zu erhöhen.

Nach 14 Jahren im Vorstand, davon 6 Jahre als Präsident, ist Herbert Fux vom Oberwalliser Schjwarznasen-Schafzuchtverband an der diesjährigen Delegierten-Versammlung in Bürchen zurückgetreten. Nachdem die DV mit Rinaldo Pfammatter aus Ried-Brig zunächst ein neues Vorstandsmitglied gewählt hat, erkor sie Daniel Steiner aus Niedergampel zum neuen Präsidenten.

Zukunft bereitet Sorge

Er blicke jedoch mit Sorge in die Zukunft, sagte Steiner gleich nach seiner Wahl. Sein Ziel: «Wir wollen eine gepflegte Landschaft und lebende Schwarznasenschafe an unsere Nachfolger weitergeben.» Besonders Sorge bereitet ihm die Entwicklung mit den Wölfen, von denen es in den Alpen bald um 300 geben soll.

Wenn aber ein Kopfgeld ausgesetzt werde auf jemanden, der in Graubünden etwas Gutes getan habe, indem er einen Wolf schoss, und dieser, falls er erwischt wird, härter bestraft wird, als wenn er einen Menschen verletzt hätte – «wo bleibt da der gesunde Menschenverstand?», so Steiner. Noch zahlreiche weitere Voten gegen den Wolf waren zu hören. Grossräte riefen dazu auf, zusammen mit anderen Bergkantonen den Druck auf den Bundesrat zu erhöhen, damit die Schweiz aus der Berner Artenschutz-Konvention austreten kann, während der abtretende Präsident Fux betont: «Wir züchten nicht nur ein Schaf. Bei uns hat jedes Schaf einen Namen und seinen Charakter.»

Fleischpreis interessiert

Obgleich Schwarznasen-Schafe vorwiegend ihres Aussehens wegen gezüchtet werden, sind die Schäfer dennoch auch an einem angemessenen Fleischpreis interessiert. Doch wurde davon berichtet, wie Händler an Märkten immer wieder mit Boykott drohten, und dies oft aufgrund von Kleinigkeiten, wie Hans-Rudolf Walther von Proviande vor der Versammlung erklärte. «Gerade in Randregionen ist es aber wichtig, dass auch die verhältnismässig kleinen Märkte stattfinden.»

Boykott-Drohungen nimmt er gelassen. «Wenn die Händler nicht freiwillig kaufen, werden wir die Tiere einfach zuteilen», so Walther. Gleichwohl rief er die Schäfer dazu auf, die Schafe und Lämmer nicht nur aus dem Fahrzeug auszuladen, sondern sie auch noch bis zur Waage und danach in einen bereitstehenden Pferch zu bringen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE