30.07.2016 06:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
TVD
Bund prüft TVD für Schafe
Mit einer nationalen Kampagne will der Bund die Moderhinke der Schafe ausrotten. Dazu prüft er den Ausbau der Tierverkehrskontrolle. Das würde für viele Schafhalter aber einen grossen Mehraufwand bedeuten.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) plant eine nationale Kampagne zur Sanierung der Moderhinke bei den Schafen. Die Moderhinke oder Klauenfäule führt zu grossen wirtschaftlichen Einbussen. Die bakterielle Erkrankung ist weit verbreitet. Oft wird sie auf den Alpen oder auf Gemeinschaftsweiden übertragen.

Ausbau des Tierverkehrskontrollsystems

Derzeit ist das BLV mit einem Projekt zur Vorbereitung der nationalen Bekämpfung der Moderhinke beschäftigt. Und dabei steht auch eine Verschärfung der Tierverkehrskontrolle zur Debatte. Sie beruht bisher auf dem Ausfüllen von Begleitdokumenten beim Verbringen der Tiere und dem Führen des Tierverzeichnisses auf den Betrieben. «Dies könnte sich für die Bekämpfung der Moderhinke auf nationaler Ebene als ungenügend herausstellen», betont Stefan Kunfermann vom BLV.

In diesem Fall müsse ein Ausbau des Tierverkehrskontrollsystems bei Schafen ins Auge gefasst werden. «Eine Projektgruppe unter der Leitung der Identitas AG prüft derzeit die Möglichkeit und die Konsequenzen der Einführung einer Tierverkehrsdatenbank (TVD) für Schafe.» In der Gruppe seien Bund und Kantone, der Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer sowie Schafhalterorganisationen vertreten. Laut dem BLV wird die Rückverfolgbarkeit ganzer Tiergruppen oder sogar einzelner Tiere diskutiert.

Verband unterstützt Sanierung

Der Schafzuchtverband (SSZV) unterstützt die Moderhinkesanierung. «Gründe dafür sind das Tierwohl und wirtschaftliche Aspekte», erklärt SSZV-Präsident Alwin Meichtry. «Die Sanierung einzelner Betriebe ist nicht ausreichend.» Es gebe viele Züchter und Schafhalter, die durch den konsequenten Umgang mit dieser Krankheit wenig oder gar keine Probleme hätten. Durch den Tierverkehr oder bei der Alpung könnten sich sanierte Herden aber leicht wieder anstecken.

Eine Schaf-TVD mit Einzeltierrückverfolgbarkeit wäre für den SZZV laut Meichtry das kleinere Übel als Gruppenmeldungen. «Der Aufwand für die SZZV-Mitglieder, die ihre Tiere im Herdebuch registriert haben, wird nur minim grösser sein», meint er. «Für die Schafhalter, die  ihre Tiere nicht in einer Datenbank registriert haben, würde eine Schaf-TVD allerdings zu einem grossen zusätzlichen Aufwand führen.»

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