17.10.2013 15:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Schafe
EU-Urteil: Schafe müssen Elektrochips tragen
Schafe und Ziegen müssen in Europa einen Elektrochip tragen. Das ist nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) rechtens, weil es dem Kampf gegen Tierseuchen dient.

Eine Krankheit lasse sich besser zurückverfolgen, wenn Schafe  individuell gekennzeichnet seien. Rechtmässig sei auch die  Vorschrift, ein Register über die Herde zu führen, entschieden die  Richter am Donnerstag in Luxemburg.

Geklagt hatte ein Schäfer aus Aidlingen in Baden-Württemberg,  dem 450 Mutterschafe gehören. Er wandte sich an das  Verwaltungsgericht Stuttgart. Die Richter dort baten ihre  EuGH-Kollegen um Hilfe bei der Auslegung der EU-Vorschriften.

Der Kläger sah in den EU-Auflagen zur Kennzeichnung einen  Verstoss gegen seine unternehmerische Freiheit. Zudem sei die  Kennzeichnung aufwendig und belastend für die Tiere. Ausnahmen für  Halter von Rindern und Schweinen hielt er für diskriminierend,  Ausnahmen für Staaten mit geringen Beständen an Schafen und Ziegen  seien unfair.

Die Luxemburger Richter erkannten zwar einen Teil dieser  Bedenken an, argumentierten aber, dass auch für den Schäfer die  Vorteile überwögen. Die Tiere seien besser vor verheerenden  Krankheiten und Notschlachtungen geschützt.

Die EU hatte die Pflicht zum Elektrochip nach dem schweren  Ausbruch der Maul- und Klauenseuche im Jahr 2001 eingeführt. Da die  Behörden Schwierigkeiten hatten, die Krankheit zurückzuverfolgen,  wurden mehrere Millionen Tiere vorbeugend geschlachtet. Später  stellte sich heraus, dass viele von ihnen gar nicht infiziert  waren.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE