1.10.2018 15:52
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Grossbritannien
London City: Schafe statt Autos
Am Sonntag waren in der britischen Hauptstadt aussergewöhnliche Gäste zu Besuch. Schafe wurden über die London Bridge getrieben. Hierbei handelt es sich um einem alten Brauch. Zur Freude vieler Touristen und Einheimischen.

Ehrenbürger (Freemen of the City) haben seit Jahrhunderten das Recht auf freien Zugang über die Themse-Brücke zur Stadt, ohne dafür bezahlen zu müssen. Das Recht, Schafe über die Brücke zu führen, reicht ins 12. Jahrhundert zurück, als der Handel noch von den alten Zünften reguliert wurde und die Mitgliedschaft in einer der Gilden unverzichtbar war.

Am Sonntag wurde London wieder daran erinnert. Es fanden sich mehrere dutzend Schafe auf der Brücke ein. Die Tiere sind nur durch einen Zaun vom Verkehr getrennt. Die City, das heutige Finanzzentrum Europas, war bereits im Mittelalter das Herz des Handels. Und um ihre Tiere auf die Viehmärkte treiben zu können, ohne den Brückenzoll bezahlen zu müssen, konnten Gewerbetreibende ab 1237 das Zertifikat erstehen.

Organisiert wird das Event, das inzwischen viele Touristen in der Millionen-Metropole anzieht, von einem Verband der Wollproduzenten, schreibt die Deutsche Presse Agentur (dpa). In diesem Jahn nahmen 600 Ehrenbürger teil. Doch nicht sämtliche Privilegien sind heute noch erlaubt. Das offene Tragen eines Schwerts ist verboten.

Die Schafe, die am Sonntag in London zu Gast waren, grasen sonst in der Grafschaft Berkshire. Am Abend durften sie wieder zurück in die ländliche Idylle.

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