6.05.2018 09:39
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Mehr Hilfen für Schaf- und Ziegenhalter
Das Europäische Parlament hat sich für mehr staatliche Hilfen für die Schaf- und Ziegenhaltung ausgesprochen. In einervon den Abgeordneten in Brüssel verabschiedeten Resolution werden eine stärkere finanzielle Unterstützung der bestehenden Betriebe sowie grössere Anreize für neue Halter gefordert.

Nach Ansicht des Parlaments sollten die Leistungen der Schaf- und Ziegenhaltung etwa für den Landschaftsschutz stärker honoriert werden. Zumindest müsse die bisherige Möglichkeit der gekoppelten Beihilfen auch im Zuge der anstehenden EU-Agrarreform erhalten bleiben. Erforderlich sind laut EU-Parlament eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Schaf- und Ziegenhalter sowie eine Verbesserung der Markttransparenz in diesem Sektor.

Die Regelungen zur Tieridentifikation sollten für die Halter der kleinen Wiederkäuer vereinfacht und entbürokratisiert werden. Als besonders wichtig erachten es die Europaparlamentarier, dass die Nutztierhalter bei Rissen ihrer Tiere durch Raubtiere wie dem Wolf eine schnelle, angemessene und unbürokratische Entschädigung der Schäden erhalten.

Sektor leidet schon lange

Schliesslich ermahnte das Parlament die EU-Kommission, in Handelsgesprächen mit Drittstaaten keinen bevorzugten Import von Schaf- und Ziegenfleisch zuzulassen. Die Berichterstatterin des Parlaments, Esther Herranz García von der Europäischen Volkspartei (EVP), verwies darauf, dass der Schaf- und Ziegensektor in der EU bereits seit den achtziger Jahren unter widrigen wirtschaftlichen Bedingungen leide.

Die Produktion sei seit 2001 um ein Fünftel gesunken. Auch der Verzehr von Schaf- und Ziegenfleisch sei rückläufig, beklagte die Spanierin. Positiv auf den Parlamentsbeschluss reagierten die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA).

Die Vorsitzende der COPA/COGECA-Arbeitsgruppe für Schaffleisch, Michèle Boudoin, hob den Nutzen der Schaf- und Ziegenhaltung für den Landschaftsschutz sowie beim Erhalt der Biodiversität. Für essentiell aus Sicht der betreffenden Landwirte hält die Französin einen transparenten und ausgeglichen Markt. 

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