14.08.2020 17:00
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Wallis
Schäfer protestieren mit Plakat
«Wollen wir das wirklich?», heisst es auf einem grossen Plakat beim Parkplatz auf der Fafleralp im Walliser Lötschental. Ein stiller Protest von lokalen Schäfern gegen den Wolf.

«Wollen wir das wirklich?» steht auf einer grossen Plakatwand auf einem Parkplatz im Lötschental geschrieben, schreibt der «Walliser Bote». Darunter zu sehen: ein Panoramabild des Lötschentals mit Angabe der genauen Standorte von diesjährigen Wolfrissen und Bilder von gerissenen Schafen. 44 tote Schafe habe der Wolf in diesem Jahr bereits gerissen, einige verletzte Tiere seien noch in tierärztlicher Behandlung, sagt Wildhüter Richard Bellwald laut der Lokalzeitung.

Schafhalter Bernhard Räss hat die Plakataktion zusammen mit sechs Schäfern der Guggialp initiiert. So sei es nicht mehr möglich im Berggebiet Landwirtschaft zu betreiben und dort zu leben, wird Räss zitiert. Sie hätten diejenigen Herdenschutzmassnahmen umgesetzt, die ihnen zumutbar und realistisch erschienen seien. Wegen des Wanderweges sei aber auf Herdenschutzhunde verzichtet worden.

«Was hier passiert, ist schlimm. Wir wollen den Leuten aufzeigen, was in den Randregionen abgeht», sagt der Schafhalter. Sie hoffen auf mehr Verständnis. «Vielleicht können wir ja den einen oder anderen überzeugen, im Herbst ein Ja zur Revision des Jagdgesetzes in die Urne zu werfen», hofft der Schäfer.

Die Gemeinde Blatten will keine Position einnehmen. Gemeindepräsident Jean-Christoph Lehner hat aber Verständnis für die Aktion. Und er weist auf die Wichtigkeit der Bauern hin. «Die Bevölkerung steht hinter unseren Bauern. Ihre Arbeit ist enorm wichtig für das Lötschental», sagt Lehner zum «Walliser Bote». Er hofft auf mehr Verstädnis von der Bevölkerung für die Schäfer.

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