8.08.2018 19:03
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Bern
Wolf soll Alpzeit verkürzt haben
Für die Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren im Kanton Bern ist die Schmerzgrenze mit 21 gerissenen Schafen auf der Alp Sous in der Gemeinde Lauterbrunnen BE nun überschritten. Familie Wyss rachte die Schafe nun ins Tal.

Nicht wegen Futter- oder Wassermangel, sondern weil der Wolf laut Angaben der Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren im Kanton Bern erneut 4 Schafe gerissen haben soll, hat Familie Hans und Katja Wyss die Schafe wieder ins Tal gezügelt.

Gerissene Schafe bei Alpkontrollen nicht tragbar

Seit mehreren Jahren bewirtschaftet Familie Wyss die Alp Sous im Lauterbrunnental. Nun haben die Älpler weitere Schafrisse zu beklagen, schreibt die Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren im Kanton Bern in einer Medienmitteilung. Schweren Herzens hätten Hans und Katja Wyss nun den Entscheid gefällt, die Tiere verfrüht ins Tal zu bringen. Ein Verbleib auf der Alp sei für sie nicht mehr vertretbar.

Bei den Alpkontrollen immer wieder gerissene Schafe vorzufinden, sei für sie nicht mehr tragbar. Weil erneut Schafe gerissen worden seien, brachten die Älpler ihre Tiere nun zur Alphütte in den Stall, bevor die Besitzer ihre Schafe abholten. Anstatt wie üblich erst auf Ende September mussten die Tiere nun schon Anfang August in die Heimbetriebe zurückkehren.

Risse nicht definitiv bestätigt

Die Wildhut könne nicht bestätigen, welchem Grossraubtier die Risse zugeordnet werden können. Die Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren im Kanton Bern ist davon überzeugt, dass es sich bei den Übergriffen der 21 Schafe um den gleichen Wolf handeln müsse.Die Vereinigung erwartet vom Bund dringend einen Entscheid. 

Die Vereinigung bietet den Nutztierhaltern ab sofort an, bei gerissenen Nutztieren DNA-Proben selber zu entnehmen und die Probe anschliessend untersuchen zu lassen.

Kanton spricht von gravierenden Fehlern

Auf Anfrage von schweizerbauer.ch hält die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern fest, dass die Medienmitteilung der Vereinigung gravierende Fehler enthalte. Die Volkswirtschaftsdirektion wird am Donnerstag mit einer Gegendarstellung informieren.

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