16.04.2020 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Österreich
Wolfsangriff: GPS-Sender warnt
Schafe folgen normalerweise ihrem Herdentrieb, doch manchmal kommen sie vom rechten Weg ab, etwa, wenn ein Wolf die Herde angreift. Dann muss sich der Bauer auf den Weg machen und sein Tier suchen - ohne zu wissen, ob es verletzt, getötet oder nur geflüchtet ist. Mit einem GPS-Sender am Schaf fällt ihm das leichter.

Diese Sender werden vom österreichischen Bundesland Salzburg mit 80 Euro pro Stück gefördert, heuer mit einer Obergrenze von 600 Sendern. Pro Betrieb werden maximal drei Sender gefördert, die Abwicklung der Fördermassnahme erfolgt über den Wolfsbeauftra gten des Landes, Hubert Stock. 

Viele Tiere nicht mehr gefunden 

"GPS-Sender können zwar keine Wolfsangriffe verhindern, erleichtern es aber dem Almbewirtschafter, rasch zu reagieren, verletzte oder getötete Tiere schnell aufzufinden und Notfallmaßnahmen zu ergreifen", erklärt Agrarlandesrat Josef Schwaiger. 

"Besonders bei den massiven Wolfsangriffen im vorigen Jahr auf der Tofernalm in Grossarl konnten aufgrund der topografischen Verhältnisse viele Tiere nicht mehr aufgefunden werden", erinnert sich Wolfsbeauftragter Stock. Aber auch andere Gefahren wie Gewitter oder Wanderer mit einem freilaufenden Hund können Schafe aufschrecken. 

Testphase erfolgreich 

Der GPS-Sender im Schafspelz kann Abhilfe schaffen. Er zeichnet Bewegungsmuster der Tiere auf, die vom üblichen Weideverhalten abweichen. Aussergewöhnliche Vorkommnisse, wie eben ein Wolfsangriff, können so rasch erkannt werden. Danach erleichtern die GPS-Daten die Suche nach einem verloren gegangenen oder getöteten Schaf. Der Sender schickt dabei die Daten auf eine Handy-App. Auf Google Maps oder auch auf anderen Kartenformaten kann man dann anhand einer Markierung erkennen, wo sich die mit Sendern ausgestatteten Schafe befinden. 

Entwickelt wurde die App in der steirischen Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein. Tests am Untersberg mit Schafherden aus dem Flachgau und dem Tennengau sowie am Grossglockner verliefen erfolgreich und brachten wichtige Erkenntnisse. Ein entscheidendes Kriterium ist die Akku-Laufzeit, sie soll zumindest über vier Monate für eine Sommersaison reichen. "Das Interesse bei den Salzburger Bauern ist jedenfalls da, der Schaf- und Ziegenzuchtverband unterstützt diese Idee", so Stock. 

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