Donnerstag, 4. März 2021
23.02.2021 08:06
Kühe

Scherteam im Aufschwung

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Von: rup

Das sechsköpfige Scherteam Raspat ist 2018 entstanden und seither vorwiegend am Wochenende unterwegs. Dabei bereitet es Rinder und Kühe sowohl auf den Winter als auch auf die Viehschauen vor.

«Wir machen es aus Leidenschaft», bringt es Andreas Baumann gleich zu Beginn auf den Punkt. Der 24-Jährige aus Mirchel BE leitet das Scherteam Raspat, zu dem auch sein jüngerer Bruder Adrian gehört.

Junges Scherteam

Die beiden stehen für die beiden «a» im Teamnamen «Raspat», der sich aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen zusammensetzt. Angefangen hat alles 2015. «Wir schoren bei einem Kollegen für die Viehschau», erzählt Andreas Baumann. Dann habe es sie gepackt. Raspat wurde schliesslich 2018 gegründet und ist damit noch jung.

«Wir sind nun jeweils schon auf mehrere Wochen hinaus ausgebucht. Besonders in der Viehschauzeit unterstützen wir uns ebenfalls gegenseitig zwischen den verschiedenen Scherteams in der Region.» Mit der Mundpropaganda, über die sozialen Netzwerke und mit eigenen Visitenkarten habe sich ihre Präsenz schnell herumgesprochen.

Am Wochenende 

Dabei scherten sie auch schon mal ausserhalb des Berner Kantonsgebiets, sagt Adrian Baumann. «Manchmal sind wir im Kanton Luzern, und auch im Welschland waren wir schon.» Andreas Baumann schmunzelt dabei ein bisschen. «Da werden uns dann oft die fehlenden Sprachkenntnisse ein bisschen zum Verhängnis.»

Die beiden Brüder sind ebenso wie fast alle übrigen Mitglieder des Scherteams angefressene Viehzüchter. «Vom Simmentaler- bis zum Holstein-Fan ist bei uns alles vertreten», meint Andreas Baumann. Bis auf einen seien alle Mitglied bei den Berner Jungzüchtern. Hauptberuflich arbeitet der gelernte Maurer auf dem Bau. Adrian Baumann ist Landschaftsgärtner. Unterwegs sind die sechs Teammitglieder deshalb vorwiegend am Samstag. «Da uns das Scheren viel Freude bereitet, macht es uns nichts aus, am Wochenende zu arbeiten», sagt Andreas Baumann.

Oft im Scherstand

Mit der Zeit gewöhne man sich daran, ergänzt sein Bruder. «Schon in den Anfängen des Scherteams hatten wir als Schüler oder Lehrling nur am Wochenende Zeit.» Wenn Baumanns und ihr Team zur Schermaschine greifen, ist alles genauestens abgestimmt. Geschoren wird in der Regel ausserhalb des Anbindestalls und bei Laufställen im Fressgitter.

«Meistens sind wir zu viert am Scheren», so Andreas Baumann. «Wenn alles gut läuft, bringen wir so in sechs Stunden zwischen 30 und 40 Tiere durch.» Das Scherteam kann dabei auf den Scherstand eines Teammitglieds zurückgreifen. «So ist die Kuh sofort ruhiger, und wir gewinnen wertvolle Zeit.» Etwas länger dauert es bei der Vorbereitung auf eine Viehschau, wo das Euter feiner geschoren werden muss.

Der Scherstand hilft, das Tier ruhig zu halten.
zvg

Maschinen testen

Angesprochen auf die Gefahren bei der Tierschur, meint Adrian Baumann: «Wilde Tiere gehören halt ein bisschen dazu.» Aber bisher sei das Glück meist auf ihrer Seite gewesen. «Seit 2018 musste nur ein Einziger nähen gehen. Nach dem Schlag einer Kuh hatte seine Brille eine Platzwunde am Kopf verursacht.» 

Das Scherteam verrechnet für die aufwendigere Schur bei Viehschauen pro Tier und nach Aufwand. «Ansonsten verlangen wir 30 Franken pro Arbeitsstunde jedes Teammitglieds. Dazu kommt noch die Anfahrt auf den Betrieb.» Auf ihrer Seite seien die grössten anfallenden Kosten beim Schermesser zu suchen. «Wir erhalten glücklicherweise von Heiniger Demomaschinen kostenlos zum Testen. Bei uns laufen die Schermaschinen oft acht Stunden am Stück, während die meisten Maschinen nur für eine bis zwei Kühe eingesetzt werden. Für sie ist es wichtig, dazu ein Feedback aus der Praxis zu erhalten», erklärt Andreas Baumann.

Dienstleistungen weiter ausbauen

Dieses gebe man Heiniger nach den sechs Monaten mündlich oder schriftlich. Als zusätzliche Gegenleistung profitiere das Scherteam dann von grosszügigen Rabatten bei der Zweigstelle in Schangnau BE. Das Scherteam benutzt für das Scheren vor dem Einwintern das 31er-Messer. «Für Viehschauen benutzen wir das 35er- oder sogar das feinere 53er-Messer. Immer in Kombination mit dem 23er-Obermesser», so Adrian Baumann.

Für die Zukunft möchte der 20-Jährige mit seinem Team die Dienstleistungen noch einmal ausbauen. «Heute machen wir für Viehschauen alle Scherarbeiten ausser dem Klippen. Vielleicht eignen wir uns das in nächster Zeit auch noch an.»

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