16.08.2019 08:06
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Niederlande
Bauern wollen CO2-Zertifikate nutzen
Nach Ansicht der Präsidentin des Verbandes der niederländischen Schweinehalter (POV), Linda Janssen, sollte der holländische Agrarsektor nicht auf mögliche Erlöse aus dem EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) für CO2-Emissionszertifikate verzichten.

Janssen sprach sich deshalb vergangene Woche dafür aus, auch die holländische Landwirtschaft in das System einzubinden. Dieses könne bislang nur die Industrie nutzen, und zwar durch den Verkauf von Emissionsrechten bei Investitionen in emissionssenkende Massnahmen.

Für die Landwirtschaft ist Janssen zufolge eine Teilnahme am EU ETS besonders interessant, weil sich die Branche verpflichtet hat, ihren jährlichen Klimagasausstoss bis 2030 gegenüber 2016 um mindestens 3,5 Mio. t CO2-Äquivalente zu verringern. Beim heutigen Wert der CO2-Zertifikate müssten die Landwirte für die entsprechende Menge an Emissionsrechten bis zu 75 Mio. Euro (81 Mio. Fr.) ausgeben.

Fachleute erwarteten nun, dass sich der Preis für die Zertifikate bis 2030 auf rund 43 Euro/t CO2 (47 Fr.) erhöhen und damit mehr als verdoppeln dürfte. Sollte sich diese Prognose erfüllen, könnten die holländischen Landwirte nach dem Verkauf ihrer Emissionsrechte einen Gewinn von bis zu 75 Mio. Euro einstreichen. Dieses Geld könnte in Umweltschutzmassnahmen investiert werden, so Janssen.

Unterdessen empfehlen Anlageberater Privatinvestoren den Kauf von Indexzertifikaten, deren Wertentwicklung sich an den Futureskursen für CO2-Emissionszertifikate orientiert.

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