10.06.2020 15:59
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Forschung
Blaue Lupinen gegen Ebergeruch
Die Fütterung von Jungebern ist anspruchsvoller als die Fütterung von Kastraten oder Sauen. Jungeber sollten vor der Geschlechtsreife zur Schlachtung kommen, bevor der typische Ebergeruch einsetzt.

Ebergeruch ist vor allem durch das Hormon Androstenon und durch das im Dickdarm der Eber gebildete Skatol – ein Abbauprodukt der Aminosäure Tryptophan – bedingt. Beide Stoffe werden ins Fettgewebe  eingelagert und verursachen beim Erwärmen des Fleisches einen urin- oder fäkalartigen Geruch und Geschmack.

Doch die Konzentration von Skatol kann laut dem deutschen Bundesinformationszentrum Landwirtschaft durch Fütterungsmassnahmen reduziert werden.  Wichtig dabei ist in erster Linie die Energieversorgung der Mikroorganismen im Dickdarm sowie die Stabilisierung der Darmgesundheit. Hierbei geht es darum, solche Futterkomponenten zu auswählen, bei denen die Kohlenhydrate den Dünndarm unverdaut passieren und erst im Dickdarm verdaut werden. Dort ernähren sie Bakterien, die in der Lage sind, Skatol weiter abzubauen.

Als Futtermittel eignen sich vor allem inulinhaltige Pflanzen wie Chicorée oder Topinambur. Auch die Verfütterung von roher Kartoffelstärke, von Rübenschnitzeln oder Blauen Lupinen kann zur Verminderung des Ebergeruchs beitragen. 

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