21.04.2019 10:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
China
China: Schweinepreis explodiert
Das chinesische Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass im zweiten Halbjahr 2019 die Schlachtschweinepreise im Vorjahresvergleich um bis zu 70% steigen und ein neues Rekordniveau erreichen werden.

Der Abteilungsdirektor für Marketing und Informationstechnologie im Pekinger Agrarressort, Tang Wei, machte am vergangenen Mittwoch gegenüber der Presse dafür das weiter rückläufige Schweineangebot aufgrund der Folgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verantwortlich.

Deutlicher Bestandesrückgang

Nach Angaben von Wei hat sich der Bestandsabbau in 400 überwachten chinesischen Bezirken im März ungebremst fortgesetzt. So sank die Schweinepopulation gegenüber dem Vormonat insgesamt um 1,2%, womit die Tierzahl um 18,8% unter dem Niveau des Vorjahresmonats lag. Noch deutlicher war das Minus bei der Zahl der Sauen mit Rückgängen von 2,3% im Vergleich zum Februar und 21% gegenüber der monatlichen Vorjahreserhebung.

Weniger ausgeprägt ist bisher laut offiziellen Zahlen des chinesischen Statistikamtes der Produktionsrückgang bei Schweinefleisch. Im ersten Quartal 2019 belief sich Produktion auf 14,63 Mio. t, was im Vergleich zur Vorjahresperiode einem Abschlag von 5,2% entsprach. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) war kürzlich in einer Prognose für den globalen Schweinemarkt davon ausgegangen, dass die chinesische Schweinefleischerzeugung 2019 gegenüber dem Vorjahr um 10% sinken wird.

Grosser Einfuhrbedarf


Die niederländische Rabobank rechnet mit einem stärkeren Rückgang von 25% bis 35%, was zwischen 150 Millionen und 200 Millionen Schweinen entsprechen würde. Unstrittig ist, dass in der Volksrepublik ein grosser Einfuhrbedarf besteht, was den Exporteuren bereits jetzt die Auftragsbücher füllt. Nach Angaben des USDA wurden in der Woche zum 4. April insgesamt 77'700 t Schweinefleisch nach China verkauft; das war die grösste Menge seit sechs Jahren.

Das chinesische Landwirtschaftsministerium hat nach verpflichtenden Tests auf ASP in Schlachtbetrieben nun die grossen Schweinehalter dazu aufgefordert, selbst präventiv ASP-Tests im Bestand durchzuführen. Dafür würden finanzielle Mittel und den Betrieben Test-Kits zur Verfügung gestellt, hiess es in einer Mitteilung des Agrarressorts. Sollte die ASP festgestellt werden, müssten umgehend die Veterinärbehörden informiert und weitere Proben gezogen werden. Keinesfalls dürften die Schweine selbst entsorgt werden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE