Donnerstag, 3. Dezember 2020
01.11.2020 15:53
Deutschland

D: Nun auch in Sachsen Schweinepest

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Von: blu

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Nach Brandenburg ist nun auch im Bundesland Sachsen ein Fall nachgewiesen worden.

Gemäss einer Meldung des sächsischen Sozialministerium von Samstag wurde die Seuche bei einem im Landkreis Görlitz geschossenen Wildschwein bestätigt. Das Tier wurde am 27. Oktober geschossen. 

Appell an Bauern

Nur wurde ein Krisenstab des Sozialministeriums und das Landestierseuchenbekämpfungszentrum eingerichtet. In Absprache mit dem Landkreis und der Bundeswehr wird die Einrichtung der Restriktionszonen vorbereitet. «Ich appelliere an die Schweinehalter, in ihren Bestrebungen, die Hausschweine zu schützen, nicht nachzulassen und Biosicherheitsmassnahmen konsequent weiter zu verfolgen», sagte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Mehr als 3000 Landwirte halten in Sachsen insgesamt rund 669’000 Schweine.

Gemäss der deutschen Presse-Agentur (dpa) wurde der erste Fall von Schweinepest in Deutschland am 10. September im Bundesland Brandenburg entdeckt. Mittlerweile sind dort nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 117 Fälle bei Wildschweinen amtlich.

Schweine nur noch in Gebäude

Die Hausschweinbestände in Deutschland sind nach wir vor frei von der Afrikanischen Schweinepest. Mit Zäunen, Suchhunden und Drohnen versucht das Bundesland, die Seuche von den Ställen fernzuhalten. Nach einer Infektion sterben die Tiere in der Regel innerhalb weniger Tage. In Polen gibt es seit 2014 Schweinepest-Fälle. Die Seuche breitet sich seither in Richtung Westen aus. Seit Januar sind ASP-Fälle in unmittelbarer Grenznähe zu Deutschland aufgetreten.

Der Präsident des Deutschen Bauernvebands, Joachim Rukwied, fordert, auch über Sicherheitsmassnahmen für die Freiland- und Auslaufhaltung von Schweinen zu sprechen. Man müsse darüber diskutieren, «ob nicht mindestens temporär – ähnlich wie beim Thema, wenn die Geflügelpest ausbricht, Freilandhaltungen in Gebäude gehören.» Die Schweinehaltung in Deutschland stecke ohnehin schon in der grössten Krise seit Jahrzehnten und die Preise für Schweinefleisch seien im freien Fall.

Von der Subsahara in den Norden

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) kommt in zahlreichen Ländern im subsaharischen Afrika vor. Natürliches Erreger-Reservoir der Afrikanischen Schweinepest im südlichen Afrika sind Warzenschweine, die jedoch selbst nicht erkranken. Übertragen wird das Virus durch die Lederzecke. Es kann in sämtlichen Körperflüssigkeiten und Geweben von infizierten Schweinen festgestellt werden und eine Ansteckung ist unter anderem über den Kontakt mit infizierten Schweinen und über die Aufnahme von Schweinefleisch oder Speiseabfällen möglich.

Aus diesem Grund kann sich das Virus auch dort verbreiten, wo keine Lederzecken vorkommen. Beim akuten Verlauf der Krankheit ist die Mortalität sehr hoch. Symptome sind oft hohes Fieber der Tiere, Atembeschwerden sowie Rötungen und Verfärbungen der Haut. Infiziert werden können sowohl Wild- als auch Hausschweine.  Ist die ASP einmal ausgebrochen, hilft nur das Töten von Beständen als Gegenmassnahme. Denn eine Impfung oder Behandlung existiert nicht. Keine Gefahr stellt die Krankheit hingegen für andere Tiere und Menschen dar. Für Menschen ist die Tierseuche ungefährlich.

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